# 41 // Das verzweifelte Warten, dass es weitergeht

Immer wieder erwische ich mich, wie ich neidisch zu anderen gleichtaten/jüngeren Babys gucke, die bereits sitzen können. Dann gucke ich meine Zwillinge an, die absolut keine Anstalten machen, das demnächst können zu wollen. Und seufze ungeduldig. Es würde so viel erleichtern. Das Gemecker im Kinderwagen, weil sie liegend nichts sehen (und nein, ich baue nicht um, bevor sie es nicht selber können. Sehe ich oft genug und frage mich, was das soll, die Kinder hängen total schief, weil sie sich nicht halten können), das Gemecker zuhause, weil im Liegen spielen einfach langweilig wird und sie weiter wollen. Ich könnte länger unterwegs sein, den Brei mitnehmen und unterwegs einfach m Wagen füttern. Becher auf, Löffel raus, los. Momentan müsste ich ein Kind auf den Schoß nehmen, es füttern, dann das andere Kind. Dauert ewig. Hab ich keine Lust drauf. Es schränkt mich also sehr ein. Ihnen einen Snack in die Hand drücken, Fingerfood. Geht im Liegen nicht. Müsste ich anhalten, ein Kind rausnehmen, warten, nächstes Kind. Und das wartende Kind liegt natürlich auch nicht ruhig da, denn liegend im Wagen sieht man ja nichts.

Klar, ich könnte sie einfach aufsetzen und festklemmen. Aber will ich das meinen Kindern antun? Ganz klar: nein. Solange sie es nicht von alleine schaffen und die Muskulatur ausreichend gebildet haben mach ich das nicht. Wenn man sie hinsetzt halten sie sich auch noch gar nicht, das ist eine absolute Wackelpartie.

Und so bleibt es dabei, dass ich andere Babys angucke, sehe, wie sie vor ihren Müttern sitzen und gefüttert werden. Und ich dann wieder meine aus dem Liegen hochhebe und wieder zurück hinlege. Sehe, dass die jetzigen Sitze am Tripp Trapp langsam klein werden und hoffe einfach nur, dass diese Phase bald überstanden ist. Für meine Nerven, für ihre Nerven.

# 40 // Die erste Nacht ohne Kinder

„Sucht euch mal ein Wochenende aus, da nehmen wir die Kinder über Nacht!“, sagten meine Eltern vor einiger Zeit. Hui. Okay. Kann ich das? Können die Kinder das? Dass meine Eltern das schaffen war mir klar. Aber gut. Nun kam es, dass wir einer Freundin einen Gutschein für ein Restaurant geschenkt haben und sie daraufhin meinte, dass wir da zusammen hingehen könnten. Also entstand so langsam ein Plan, dass wir das verbinden können.

Gestern war es dann soweit: Um 11:30 Uhr waren mit mit einem gepackten Koffer (große Tasche…….) bei meinen Eltern. Mittagessen um 12 Uhr gab es bereits selbstgekocht von der Oma und wir blieben noch für eine Stunde dabei. Dann verabschiedeten wir uns (alles ohne Probleme, sie bekommen das noch gar nicht so richtig mit, glaube ich… oder sind einfach super unkompliziert) und fuhren zu unserer Verabredung. Das war schon ein bisschen komisch. So einen Tag für uns hatten wir bereits, aber dieses Mal für richtig lange! Kein ständiges Auf-die-Uhr-gucken-wegen-Mahlzeiten-und-ins-Bett-bringen, kein Druck alles so zu planen, dass sie kurz vorm Schlafen kein Nickerchen machen…. nein. Komplett frei. Wir waren dann um 13 Uhr zum Bouldern verabredet, für mich das erste Mal. Mein Mann fing damit bereits an, als ich noch schwanger war. Mir war das logischerweise zu riskant, während der Schwangerschaft einen Sport zu machen, bei dem ich fallen könnte. Und so kletterte ich gestern das erste mal ein paar leichte Strecken. Zunächst etwas vorsichtig und ängstlich, doch irgendwann hatte ich den Dreh raus und kam höher und weiter. Es hat sehr viel Spaß gemacht und der Muskelkater ist jetzt sehr angenehm!

Anschließend fuhren wir weiter zum Essen bei Peter Pane, danach zum Spieleabend und noch einer Geburtstagsparty. Es war schon verrückt, mal wieder um 21:30 Uhr gemeinsam im Auto zu sitzen und irgendwo hin zu fahren. Generell war es sehr schön einfach etwas gemeinsam zu unternehmen, mit Freunden. Ohne Kinder. An sie gedacht hab ich trotzdem ständig. Da ich aber auch keine Nachrichten von meinen Eltern bekam schien alles gut zu laufen und ich war entspannt und genoss. Kurz nach Mitternacht fuhren wir dann nach Hause und erfreuten uns an kleinen Dingen: Licht im Flur anmachen, unter der Dusche Radio anmachen, kein Babyphonerauschen im Hintergrund. Einschlafen ohne zu wissen, dass man sowieso bald wieder geweckt wird, durchschlafen, ausschlafen!!! Aber gerade durchschlafen war so gut! Das ist so lange her! Schon in der Schwangerschaft ging das gar nicht mehr, weil immer jemand auf die Blase drückte. Es tat sehr gut.

Der Plan für heute bestand eigentlich darin, dass ich um 13 Uhr zum Sport gehen würde und wir danach die Kinder abholen würden. Änderte sich jedoch alles spontan. Nach einem Frühstück im Park in der Sonne kam die Nachricht, dass Lena leichtes Fieber hat und wir kommen könnten. Und somit ließ ich den Sport sausen (hab ja gestern genug getan) und wir machten uns auf den Weg. Ich freute mich ohnehin sehr, meine Kinder wiederzusehen. Und ja, ich vergoss sogar ein Freudentränchen, als mich Lena erblickte und breit anstrahlte.

Und so ging es vorbei: Die erste Nacht der Kinder ohne Eltern, die erste Nacht der Eltern ohne Kinder.

Und sonst so? Fast 7,5 Monate sind die beiden nun alt und es tut sich etwas. Lena robbt durch die Zimmer und fängt an alles auszuräumen. Ganz besonders gern die untere Ebene vom Couchtisch. Jonas übt ganz fleißig auf allen Vieren zu sein und bewegt sich jetzt gaaaaanz langsam auch mal vorwärts. Meistens schiebt er sich jedoch rückwärts oder dreht sich im Kreis. Immerhin gelingt es ihm  E N D L I C H  sich vom Bauch zurück auf den Rücken zu drehen!!! Und auch über die linke Seite hat er sich endlich auf den Bauch gedreht!! Es geht voran!

Der nächste Urlaub steht in den Startlöchern und ich hab noch immer die Hoffnung, dass sie bis dahin sitzen können. Es würde so viel erleichtern! Essen im Hochstuhl wäre ein Traum. Abwarten. Noch besteht Hoffnung.

# 39 // Erweiterung der Breimahlzeiten

Erst Mittag, dann Abend, dann Nachmittag, dann Vormittag und ganz zuletzt morgens. So in etwa hab ich noch im Kopf, was mir beigebracht wurde, als es um die Beikosteinführung ging.

Den Mittagsbrei haben beide sehr sehr schnell angenommen und auch sehr schnell die Flasche komplett ersetzt. Der Abendbrei folgte bald und auch der hat mittlerweile die Abendflasche ersetzt. Wir probieren uns momentan durch das ganze Getreidesortiment bei dm durch und kombinieren immer wieder mit anderen Apfelmarksorten und bisher kam bis auf Hafer alles gut an.

Der aktuelle Stand ist, dass sie die Flaschen morgens und am Vormittag gar nicht mehr so cool finden und recht wenig trinken, dadurch wieder schnell hungrig sind und das Mittagessen dann verschlingen. Nachmittags gibt es nur noch eine kleine Flasche, weil das Mittag lange anhält. Nun will ich die nächste Mahlzeit austauschen und es wäre der Nachmittgsbrei. Meine Hebamme empfiehlt hier gedünstetes Gemüse (denn denkt man mal drüber nach: in eigentlich jeder Mahlzeit gibt es Obst. Das ist so viel Obst!) und ich finde den Gedanken super. Nun stehe ich aber vor einem organisatorischen Problem: solange beide Kinder nicht sitzen können, bin ich darauf angewiesen sie zuhause in den Newbornsets zu füttern oder unterwegs auf dem Schoß. Und solange ich alleine unterwegs bin ist das eine ziemliche Zeitaufwendung. Also möchte ich das möglichst vermeiden, denn es grenzt mich doch sehr ein, wenn ich entspannt unterwegs sein möchte.

Die Lösung (auf Nachfrage bei meiner Hebamme, aber auch meine eigene Entscheidung): wir füttern als nächstes den Morgenbrei. Jedoch werde ich da ziemlich flexibel sein. Gegen 5:30 – 6:30 Uhr wachen sie meistens immer auf und ich hab dann eigentlich noch keine Lust aufzustehen. Also bekommen sie eine kleine Flasche und wir legen uns noch mal hin und meistens schlafen sie wirklich noch mal ein. Wenn wir dann mal aufstehen wird es nun Brei geben. Ich bin sehr gespannt, wie es wird!!

Für das unterwegs-Problem habe ich nun aber evtl. auch eine Lösung gefunden: Mit Quetschbeuteln zum selber befüllen. Da kommt dann püriertes gedünstetes Gemüse rein und wir können sie leichter unterwegs füttern :)

# 38 // Das Abendritual

„Kinder brauchen Rituale!“ Weiß man, kennt man. Gerade als Lehrerin ist dies ein Grundsatz, der einem das Leben stark erleichtert. Wenn Kinder wissen was passiert, weil sie es kennen, läuft alles viel einfacher. Bevor die beiden geboren waren fragte ich mich, ob ich es denn auch schaffe feste Rituale in den Tag zu integrieren. Als sie dann geboren waren passierte es von ganz alleine: immer wieder der gleiche Ablauf, wie die beiden ins Bett gebracht wurden. Wickeln, umziehen, Flasche, hinlegen, schlafen. So war das zu Anfang.

Seit einer Woche schlafen beide nun im eigenen Zimmer und der Übergang war doch etwas schwerer. Die Nächte sind kein Problem, jedoch das Einschlafen. Ein fremdes Zimmer (wobei ich schon lange vorher angefangen hab den Lebensmittelpunkt nach dort zu legen), fremde Geräusche, fremdes Licht, keine Eltern bei sich. Der Vorteil an Zwillingen: sie sind trotzdem nicht alleine. Einfach hinlegen und rausgehen war nun erst mal nicht mehr. Wir mussten nun auch die Abendroutine anpassen, da auch mit der Einführung des Abendbreis vor ein paar Wochen und nun auch dem Zähne putzen alles durcheinander kam.

Heute war der erste Abend, an dem ich beide alleine ins Bett bringen musste und ich denke, dass ich nun alles optimiert habe: im Wohnzimmer gibt es den Abendbrei (heute Dinkel mit Apfelmark Aprikose), dann wechseln wir ins Kinderzimmer, wo auf dem Boden das Stillkissen liegt. Dort lege ich beide mit dem Oberkörper rauf und gebe ihnen ihre Flaschen (heute kam ich auf die schlaue Idee die Schnabelbecher von Avent mit Saugern auszustatten). Da Lena immer schneller ist als Jonas konnte ich sie anschließend wickeln, Zähne putzen, umziehen, kurz kuscheln und ins Bett legen, alles bereits mit gedimmtem Licht und der Spieluhr an. Jonas anschließend genauso. Unsere Lichterkette machte ich dann aus (hat einen 30 (?) Minuten Timer), wodurch Lena auch sofort einschlief. Das Nachtlicht hat einen 15 Minuten Timer und das ließ ich an. Gute Nacht gesagt und raus aus dem Zimmer, Babyphone an, ab in die Küche und abwaschen. Jonas meldete sich noch ein paar mal, aber mit wenigen Beruhigungen fand auch er dann schnell in den Schlaf.

 

Es ist eine große Erleichterung, dass das nun mittlerweile recht problemlos und mit wenig Tränen klappt. Es wird!

# 37 // Der Tag, an dem die Kinder auszogen

…… zumindest aus dem elterlichen Schlafzimmer. Das Beistellbett wurde schon vor langer Zeit zu klein, also stellten wir ein Kinderbett neben unser Bett. Zunächst schliefen sie dort nebeneinander, da wir das Gefühl hatten. dass sie ihre Nähe doch brauchen. Doch dann wurden sie immer mobiler und begannen auch alles zu greifen, was sie in ihre Hände bekamen. So auch sämtliche Körperteile des Zwillings, vor allem die Ohren. Und das führte nicht selten zu plötzlichen nächtlichen Schreianfällen. Also legten wir sie wieder Fuß an Fuß, doch auch da kamen sie sich nun wieder schnell in die Quere, da sie immer mobiler werden. Sie wurden zu Seitenschläfern, teilweise auch Bauchschläfern, drehten sich um 180 Grad und lagen kreuz und quer im Bett. Schweren Herzens fiel die Entscheidung: Wir brauchen das zweite Bett. Und da es nicht ins Schlafzimmer passt müssen die beiden ausziehen und nachts in ihr Kinderzimmer einziehen. Ich war ziemlich nervös, immerhin schlafen sie ja auch noch nicht durch. Dass sie an anderen Orten nachts schlafen können haben sie bereits bewiesen. Mit zwei Monaten in Österreich klappte es ohne Probleme, mit drei Monaten bei meinen Eltern ebenfalls. Wir legen sie hin und sie schlafen.

Gestern Abend führten wir also unser tägliches Ritual durch. Problem war nur, dass sie kurz vorm Abendbrei eingeschlafen waren. Somit dauerte das Einschlafen länger, was ich aber auf die Ausgeruhtheit und nicht auf das „neue“ Zimmer schob. Aber als sie dann schliefen, schliefen sie auch. Bis zum ersten Hunger. Es klappte jedoch meistens gut, dass wir sie danach wieder hinlegen konnten und sie wieder eingeschlafen sind. Nicht länger als sonst auch.

Jedoch schlief ich wesentlich unruhiger. Ich konnte lange nicht einschlafen, weil ich auf jedes Geräusch gehört habe. Beide Türen waren offen und das Babyphone ebenfalls an, trotzdem hatte ich Angst sie nicht zu hören. Einmal wurde ich auch nur schwer wach, was aber eher daran lag, dass ich das Weinen in den Traum eingebaut hatte.

Für Notfälle oder falls ein Kind absolut nicht schlafen kann haben wir wieder das Beistellbett bei uns dran.

Ich fühle mich noch immer komisch, meine Kinder mit bereits fast 6 Monaten im eigenen Zimmer schlafen zu lassen, jedoch war es nun nicht mehr anders möglich. Und der Vorteil an Zwillingen ist nun mal: sie schlafen ja nicht alleine in dem Zimmer.

#36 // Es wird so schön! Bald!

… also eigentlich ist es ja schon Tag für Tag schöner. Sie weinen weniger, sie werden mobiler, sie beschäftigen sich ein bisschen selber. Ich hab die Spielzeugkiste umgekippt und Mausi schafft es sogar sich irgendwie dahin zu rollen und sich was rauszuziehen. Schnuffi hingehen rollt sich auf den Bauch… und liegt dann auf dem Bauch. Und weint irgendwann, weil die Kraft nachlässt. Und schreit irgendwann, weil er es nicht alleine schafft. Kaum liegt er wieder auf dem Rücken, rollt er sich sofort wieder rum. Ich glaube langsam, dass er einfach frustriert ist nicht vorwärts zu kommen. Hab ihn erwischt, wie er versuchte sich nach vorne zu ziehen. Nachts schläft er momentan auch auf der Seite bzw sogar auf dem Bauch. Mausi liegt immer Kreuz und quer im Bett, sodass wir beide nun doch wieder Fuß-an-Fuß legen mussten. Der Umzug ins eigene Zimmer steht kurz bevor und ich bin mir so unsicher. Es kommt mir viel zu früh vor. Sie sind doch erst 5,5 Monate alt! Jedoch nähern wir uns immer mehr an durchgeschlafenen Nächten und dann wäre es nicht mehr dramatisch.

Stillen tu ich jetzt nicht mehr, seit gestern ist Schluss. Es war zuletzt eh nur noch ein kurzes Durststillen in der Nacht, richtigen Hunger konnte ich nicht mehr stillen. Tagsüber warfen sie sich entweder weg von der Brust oder wurden einfach nicht satt. Kurz gesagt: meine Kinder wollten nicht mehr. Es gibt dieses Abstillen und das andere Abstillen: Entweder wollen die Mütter nicht mehr oder die Kinder, aber wie man es hat, hat man es so, wie man es nicht möchte. An sich bin ich dankbar, dass ich sie nicht entwöhnen muss, dass sie sich selbst entschieden haben. Aber mir selber fällt es so verdammt schwer. Die Hormone spielen verrückt und es kommt alles hoch. Ich habe es wirklich genossen, diese Nähe zu meinen Kindern, dass ich sie selber ernähren konnte. Etwas, was eben nur ich alleine konnte. Dass ich ihnen wichtige Grundlagen über die Milch weitergeben konnte.

Aber so klappt es auch sehr gut. Den Mittags- und Abendbrei haben sie sehr schnell und sehr gut angenommen und werden auch wirklich satt. Ich habe aufgehört mir den Stress zu machen beide um mich herum aufs Stillkissen zu legen, wenn es die Flasche gab und ich alleine füttern musste. Sie liegen nun leicht aufrecht auf dem Boden, Schultern auf dem Stillkissen, ich davor und Flaschen im Mund. Teilweise halten sie sie nun auch schon selber. Sie sind länger satt. Und das alles hat den Vorteil, dass ich wieder mobiler werden kann. Ich werde mich nun wieder länger raustrauen, ohne Angst unterwegs beide gleichzeitig stillen zu müssen. Notfalls Flasche im Liegen und sie werden satt. Wickeln kann man immer irgendwo und im Wagen schlafen sie eh super gut.

Am Dienstag im Kangakurs war eine weitere Zwillingsmutter mit etwas älteren Zwillingen. Die krabbelten alleine durch den Raum und es war so schön zu sehen, wo es hingehen wird!! Es wird schöner. Bald. Und bald gibt es evtl. auch einen Zwillingstreff dort.

Was jetzt ansteht: Verarbeitung. Die Geburt nagt noch immer an mir, vielleicht sogar wieder stärker als sonst. Ich bemühe mich jetzt um den Geburtsbericht und werde ihn dann mit meiner Hebamme durchgehen. Es sind noch immer gemischte Gefühle, viele negative, viele positive. Ich habe bereits sehr viel vergessen und weiß: ich würde es gerne noch einmal erleben. Was das große negative Gefühl ist: es war nicht schön. Es war nicht die Geburt, die ich mir gewünscht hab. Es war nicht das Kennenlernen mit beiden Kindern, wie ich es mir gewünscht hab.

Ich bin auch sehr sentimental, wenn ich an die ganze Schwangerschaft zurückdenke. Wie wohl ich mich in der Hebammengemeinschaft gefühlt habe, wie ich mich auf jeden neuen Termin/Kurs gefreut habe. Alles war so aufregend und wunderschön. Und irgendwann vorbei. Und nun muss ich mich bald endgültig von meiner Hebamme trennen und das fällt mir so wahnsinnig schwer. Nicht nur von ihr als Person, sondern auch von allem, was dazugehörte. Noch bin ich sowieso im Kanga bei ihr.

Ich kann noch immer keine Bilder/Videos von Geburten sehen, ob nun echte oder gestellte. Zeitschriftenartikel darüber. Mich nimmt es total mit, wenn ich von Babyschicksalen höre, wenn sie zurückgelassen wurden o.ä. Ich hoffe sehr, dass es sich irgendwann gibt und ich einfach nur glücklich zurückblicken kann.

Hat einem ja vorher auch niemand gesagt, dass das noch so eine Baustelle wird.

# 35 // Neues Jahr mit den Zwillingen

Es war ein schöner Jahresabschluss. Ich habe es sehr genossen, dass mein Mann frei hatte und wir die Tage gemeinsam verbringen konnten, auch mit der Familie an Weihnachten. Silvester wurde spannend. Wir hatten keine Ahnung, wie die Kinder reagieren werden. Unser Schlafzimmer liegt nach vorne zur Straße raus, erste Etage in einer recht schmalen Straße. Ich hatte überlegt, ob das Kinderzimmer zum Hof leiser wäre, jedoch ist es dort tatsächlich lauter.

Und so bekamen wir Besuch, legten die Kinder wie immer um 19 Uhr ins Bett und schalteten das Babyphone ein. Vor dem Fenster wurde immer wieder geknallt und es hat sehr lange gedauert, bis ich wirklich entspannen konnte. Aber es lief super! Etwa dreimal mussten wir ins Zimmer und den Schnuller wieder in den Mund stecken und schon war es gut. Es wurde immer mehr geknallt und die Kinder schliefen. Und schliefen. Und schliefen. Um 23:50 Uhr meldeten sich dann beide und es geschah, was ich befürchtete: ich musste stillen. Kurz vor Mitternacht. Und so saß ich im dunklen Schlafzimmer, stillte, mein Mann und unser Besuch mit im Zimmer, wir hatten die Atomuhr auf dem Handy an, flüsterten den Countdown und so wünschte ich meinen Kindern direkt um Mitternacht ein frohes neues Jahr. Direkt danach legten wir sie wieder ins Bett, obwohl sie hellwach wirkten und draußen der Knallhöhepunkt erreicht war und…. sie schliefen ein und weiter. Und wurden erst wieder gegen 4 Uhr wach, als schon alles vorbei war. Ein Traum!

2018. Wir haben direkt mal mit dem Abendbrei begonnen und gucken mal, wie es läuft. Der Mittagsbrei ersetzt die Milchmahlzeit schon komplett, auch wenn sie am besten essen, wenn es ein Essen mit Frühkarotten gibt.

Ich freue mich auf den ersten Frühling mit den Kindern, wenn so langsam die Wintersachen wieder im Schrank verschwinden können. Wenn sie selbstständig sitzen können und die Tragetaschen nicht mehr in den Kinderwagen getragen werden müssen. Wobei sie ja schon sehr bequem sind. Denn dann muss ich sie einzeln runtertragen, den Wagen aus dem Abstellraum holen und beide reinsetzen. Klingt schon irgendwie erst mal anstrengender.

Im ersten Sommer freue ich mich darauf, wenn sie durch die Gärten der Großeltern krabbeln können und auf Entdeckungstour gehen können.

Sie werden krabbeln lernen und evtl auch laufen! Sie werden 1 Jahr alt und kommen in die Kita! Und… ich muss wieder arbeiten gehen. Vollzeit. Es nervt mich schon jetzt so sehr! Das hätte ich ja vorher nie gedacht.