# 47 // Rückblickend…

Morgen sind sie 11 Monate alt. Der erste Geburtstag kommt immer schneller immer näher und ich werde sehr emotional, wenn ich daran denke. Vor einem Jahr zitterte ich um jeden Tag, den sie durchhalten sollen. War bereits im Mutterschutz und konnte mich von Tag zu Tag weniger bewegen.

Jetzt blicke ich auf eine aufregende und wunderschöne Zeit zurück. Sie hat viele Tränen gekostet, viele Nerven (tut es ja noch immer und das wird wohl nie aufhören), aber auch sehr viel Liebe, nie geahnte Emotionen und Glück, das sich nicht beschreiben lässt. Die negativen Gedanken an die Geburt verschwinden endlich. Heute ist wieder dieser „vor 11 Monaten lag ich im Kreißsaal“ Tag und es ist zu einem „da ist etwas ganz wunderbares passiert! Eine unglaubliche Erfahrung!“ geworden. Ist das alles wirklich fast ein Jahr her?

Ich denke zurück an alles, was in den 11 Monaten nicht gut gelaufen ist. Das Stillen. Das Weinen und das Gefühl, hilflos vor zwei weinenden Babys zu sitzen und nichts machen zu können, als immer jemanden weinen zu lassen. Wie ich verzweifelt vor ihnen saß, mitgeweint habe und irgendwann nur noch dachte „dann weint doch, wenn ihr euch nicht beruhigen lassen wollt!“. Heute bereue ich das. Es gibt Videos, wie sie weinen und es zerbricht mir das Herz. Ich weiß, dass ich damals völlig fertig war mit den Nerven und mein bestes gegeben habe. Doch heute denke ich mir: es hätte besser klappen können. Jetzt bereue ich es, dass ich nicht von Anfang an beide Kinder gleichzeitig getragen habe, es hätte so viel geholfen! Die ganze Stillproblematik ebenso. Es gibt Babykurse, die ich gerne noch gemacht hätte. Mit dem heutigen Wissen würde ich vieles anders machen. Aber die Zeit ist vorbei und sie kommt nicht wieder. Man kann die Zeit nicht zurückdrehen und das heutige Wissen mitnehmen. Es bleibt der Wunsch, es zu wiederholen. Die Erfahrungen zu nutzen und es noch einmal besser zu machen. Doch wie das aussieht wird es ein Wunsch bleiben. Und ja, mit einem Kind wäre vielleicht auch vieles besser gelaufen. Direkt Zwillinge zu bekommen ohne Erfahrungen war wirklich eine Überforderung. Aber dafür wird es jetzt umso schöner! Diese zwei, ja fast Kleinkinder (!) zu sehen, wie sie gemeinsam durch die Gegend krabbeln, gemeinsam Neues entdecken, sich auch schon mal streiten und zusammenhalten. Jeder auf seine Art, jeder in seiner Entwicklungsgeschwindigkeit. Wie ein Kind etwas Neues kann und das zweite irgendwann aufholt und sogar wieder überholt.

Sie sind fast 11 Monate alt. Sie krabbeln, sie krabbeln die Treppen hoch, sie krabbeln auf die Couch und fallen rückwärts wieder runter. Man schafft es nicht sie vor Stürzen zu bewahren. Sie stehen überall, wo es nur irgendwie möglich ist und freuen sich. Sie wollen alleine essen, alles ausprobieren. Es macht mich so stolz zu sehen, was meine beiden Babys schon gelernt haben und wie sie sich weiter entwickeln. Doch die Gedanken an ein „es tut mir leid, dass ich es nicht besser machen konnte“ bleibt. Und wollen wiederholt werden.

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