#36 // Es wird so schön! Bald!

… also eigentlich ist es ja schon Tag für Tag schöner. Sie weinen weniger, sie werden mobiler, sie beschäftigen sich ein bisschen selber. Ich hab die Spielzeugkiste umgekippt und Mausi schafft es sogar sich irgendwie dahin zu rollen und sich was rauszuziehen. Schnuffi hingehen rollt sich auf den Bauch… und liegt dann auf dem Bauch. Und weint irgendwann, weil die Kraft nachlässt. Und schreit irgendwann, weil er es nicht alleine schafft. Kaum liegt er wieder auf dem Rücken, rollt er sich sofort wieder rum. Ich glaube langsam, dass er einfach frustriert ist nicht vorwärts zu kommen. Hab ihn erwischt, wie er versuchte sich nach vorne zu ziehen. Nachts schläft er momentan auch auf der Seite bzw sogar auf dem Bauch. Mausi liegt immer Kreuz und quer im Bett, sodass wir beide nun doch wieder Fuß-an-Fuß legen mussten. Der Umzug ins eigene Zimmer steht kurz bevor und ich bin mir so unsicher. Es kommt mir viel zu früh vor. Sie sind doch erst 5,5 Monate alt! Jedoch nähern wir uns immer mehr an durchgeschlafenen Nächten und dann wäre es nicht mehr dramatisch.

Stillen tu ich jetzt nicht mehr, seit gestern ist Schluss. Es war zuletzt eh nur noch ein kurzes Durststillen in der Nacht, richtigen Hunger konnte ich nicht mehr stillen. Tagsüber warfen sie sich entweder weg von der Brust oder wurden einfach nicht satt. Kurz gesagt: meine Kinder wollten nicht mehr. Es gibt dieses Abstillen und das andere Abstillen: Entweder wollen die Mütter nicht mehr oder die Kinder, aber wie man es hat, hat man es so, wie man es nicht möchte. An sich bin ich dankbar, dass ich sie nicht entwöhnen muss, dass sie sich selbst entschieden haben. Aber mir selber fällt es so verdammt schwer. Die Hormone spielen verrückt und es kommt alles hoch. Ich habe es wirklich genossen, diese Nähe zu meinen Kindern, dass ich sie selber ernähren konnte. Etwas, was eben nur ich alleine konnte. Dass ich ihnen wichtige Grundlagen über die Milch weitergeben konnte.

Aber so klappt es auch sehr gut. Den Mittags- und Abendbrei haben sie sehr schnell und sehr gut angenommen und werden auch wirklich satt. Ich habe aufgehört mir den Stress zu machen beide um mich herum aufs Stillkissen zu legen, wenn es die Flasche gab und ich alleine füttern musste. Sie liegen nun leicht aufrecht auf dem Boden, Schultern auf dem Stillkissen, ich davor und Flaschen im Mund. Teilweise halten sie sie nun auch schon selber. Sie sind länger satt. Und das alles hat den Vorteil, dass ich wieder mobiler werden kann. Ich werde mich nun wieder länger raustrauen, ohne Angst unterwegs beide gleichzeitig stillen zu müssen. Notfalls Flasche im Liegen und sie werden satt. Wickeln kann man immer irgendwo und im Wagen schlafen sie eh super gut.

Am Dienstag im Kangakurs war eine weitere Zwillingsmutter mit etwas älteren Zwillingen. Die krabbelten alleine durch den Raum und es war so schön zu sehen, wo es hingehen wird!! Es wird schöner. Bald. Und bald gibt es evtl. auch einen Zwillingstreff dort.

Was jetzt ansteht: Verarbeitung. Die Geburt nagt noch immer an mir, vielleicht sogar wieder stärker als sonst. Ich bemühe mich jetzt um den Geburtsbericht und werde ihn dann mit meiner Hebamme durchgehen. Es sind noch immer gemischte Gefühle, viele negative, viele positive. Ich habe bereits sehr viel vergessen und weiß: ich würde es gerne noch einmal erleben. Was das große negative Gefühl ist: es war nicht schön. Es war nicht die Geburt, die ich mir gewünscht hab. Es war nicht das Kennenlernen mit beiden Kindern, wie ich es mir gewünscht hab.

Ich bin auch sehr sentimental, wenn ich an die ganze Schwangerschaft zurückdenke. Wie wohl ich mich in der Hebammengemeinschaft gefühlt habe, wie ich mich auf jeden neuen Termin/Kurs gefreut habe. Alles war so aufregend und wunderschön. Und irgendwann vorbei. Und nun muss ich mich bald endgültig von meiner Hebamme trennen und das fällt mir so wahnsinnig schwer. Nicht nur von ihr als Person, sondern auch von allem, was dazugehörte. Noch bin ich sowieso im Kanga bei ihr.

Ich kann noch immer keine Bilder/Videos von Geburten sehen, ob nun echte oder gestellte. Zeitschriftenartikel darüber. Mich nimmt es total mit, wenn ich von Babyschicksalen höre, wenn sie zurückgelassen wurden o.ä. Ich hoffe sehr, dass es sich irgendwann gibt und ich einfach nur glücklich zurückblicken kann.

Hat einem ja vorher auch niemand gesagt, dass das noch so eine Baustelle wird.

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