#30 // Der tägliche Wahnsinn

Zeit für eine aktuelle Auflistung.

Was mich nervt:

  • dass einem JEDER in den Kinderwagen reinguckt
  • „Ach die sind ja süß!!“ (von Fremden)
  • „Zwillinge?“
  • „Junge UND Mädchen?“
  • –> „Eineiig oder zweieiig???“…. -.-
  • Mausis ständiges Brüllen vor Hunger und komplette Verweigerung von der Brust zu trinken und daraus resultierende schlechte Laune, weil sie eben hungrig ist, aber nicht bzw. nicht ausreichend trinkt (ehrlich, wann kann sie ein Snickers essen??)
  • wenn sie sich gegenseitig hochschaukeln und man alleine keine Chance mehr hat sie zu beruhigen. Kaum ist der eine ruhig, fängt der andere wieder an und es heulen wieder beide
  • wenn nichts hilft. Trinken, wickeln, tragen, liegen, spielen,….
  • Schnuffis Kampf gegen den Schlaf tagsüber und seine daraus resultierende schlechte Laune vor Müdigkeit
  • vor jedem Kinderwagengang draußen den Kinderwagen aus dem Abstellraum tragen zu müssen, weil er aufgebaut nicht reinpasst
  • durchschlafen wäre mal sehr erholsam
  • irgendwas ist immer
  • einer schreit immer
  • dass ich alleine nicht mal eben mit beiden in der Trage losstiefeln kann. Ich liebe es sie zu tragen!!
  • Mausis schlechte Haut :(
  • die ständige Angst, dass sie plötzlich nicht mehr atmen
  • sie haben mal besser durchgeschlafen
  • wenn Mausi aufwacht, macht sie immer so viel Lärm, dass Schnuffi direkt mit wach wird
  • dass das Beistellbett nicht mehr passt und ich jetzt über die Gitter des Kinderbettes greifen muss (wir wollen uns bald ein neues Bett kaufen, hoffentlich ist das etwas höher. Dann könnten wir die Gitter abmachen und wieder „barrierefrei“ nebeneinander liegen)
  • dass wir bald die 62er Klamotten aussortieren müssen und gar nicht alles anhatten
  • dass die Zeit so schnell vergeht

Was mich glücklich macht:

  • zwei wunderbare Kinder zu haben
  • zwei gesunde Kinder zu haben
  • jeden neuen Entwicklungsschritt zu beobachten
  • dass Schnuffi anfängt sich zu drehen und nur noch einen kleinen Schubs benötigt
  • jedes kleine Brabbeln, dass Mausi von sich gibt (Ausnahme: um 5 Uhr morgens…)
  • jedes einzelne Lächeln
  • ihre Freude, wenn sie baden (heute das erste Mal mit mir in der Badewanne, die waren vielleicht überrascht, dass ich mit drin saß! Allerdings lief beim Ablassen das ganze Wasser wieder durchs ganze Bad…)
  • wie einfach es noch fast immer ist sie ins Bett zu bekommen. Umziehen, Flasche, hinlegen, fertig
  • wenn sie morgens bei uns mit im Bett schlafen, weil sie im Kinderbett nicht mehr schlafen wollen (auch wenn das etwas unbequem wird)
  • Mama zu sein
  • wir heute die Zusage für Kitaplätze bekommen haben!!!!!!!!
  • dass sie anfangen nach Spielzeug zu greifen
  • dass wir regelmäßig Babybesuch bekommen und ich somit erfahre, dass sie die exakt gleichen Probleme haben. Sind immerhin gleich alt.
  • wir jetzt ganz schicke Lillydoo Windeln haben und ich mich schon jetzt auf die neuen Designs freue (von Windeln…. ach herrje…)… wie wäre es für dich mit einem Lillydoo Abo? Ich gebe dir meinen Freundschaftscode. Für dich einmal 10€ weniger und für mich dann auch ;D

Vermutlich fallen mir die besten Sachen erst ein, nachdem ich das hier abgeschickt habe.

Mir wurde letztens beim Stillen mitten in der Nacht klar, dass die beiden irgendwann jetzt in diesem Zeitraum vor einem Jahr begonnen haben zu existieren. Ist das nicht wirklich ein Wunder, wie aus winzig kleinen Zellen ein ganzer Mensch entstehen kann?

# 29 // 12,5 Wochen

Wie ich bereits geschrieben hab, war mein Mantra „mit 12 Wochen wird alles besser!“ und ich finde, es wird jetzt wirklich besser. Wir kommen besser durch die Tage, die Abende waren jetzt teilweise auch schon schreiärmer.  Sie verändern ihr Schreiverhalten nach ihren Bedürfnissen und es fällt mir immer leichter herauszufinden, was sie denn nun wollen. Sie lachen mehr und reagieren auf den Blödsinn, den man mit ihnen macht. Sie haben sogar wieder angefangen tagsüber zu schlafen. Nicht viel, aber immerhin erholen sie sich, wodurch sie auch einfach weniger quengelig sind. An manchen Tagen könnte ich voll stillen, verzichte jedoch nicht mehr auf die Abendflasche. Die ist einfach bequem und funktioniert super. Maximal zwei gibt es pro Tag. Wenn ich länger unterwegs bin bekommen sie vorher auch eine, da es nach meinem Gefühl länger anhält. Aber auch durch das Stillen schaffen wir mittlerweile drei Stunden! Nachts viel mehr. Ich muss meistens nur einmal aufstehen und Mausi stillen und wickeln. Beide Kinder schlafen spätestens um 20 Uhr. Mausi wird dann gegen 3 Uhr und 6 Uhr wach, Schnuffi meistens erst um 7 oder sogar schon 8 Uhr. Ganz selten, dass er ebenfalls nachts aufwacht. Wenn dann eher, weil Mausi sehr laut nach Essen gebrüllt hat.

Entwicklungstechnisch haben wir auch schon schöne Erfolge gesehen, auch wenn sie teilweise natürlich nur Zufälle sind. Schnuffi hat sich einen Tag lang vom Bauch auf den Rücken gedreht. Drei Mal! Und generell stützt er sich schon auf seine Unterarme und hält den Kopf sehr lange sehr weit oben. Mausi hingegen hebt ihren Kopf in Bauchlage keinen Millimeter. Dafür zieht sie sich bereits an den Fingern hoch, wenn man sie leicht hochzieht. Es sind diese kleinen Erfolge, die mich unglaublich stolz machen.

Mein Rückbildungskurs ist nun fast beendet. Am Donnerstag hab ich das letzte Mal und ich merke auch erste Erfolge. Parallel dazu hab ich wieder mit meinem alten Training begonnen. Anfang November werde ich das erste Mal wieder zu Bodypump gehen und dafür wärme ich mich langsam auf, indem ich die Langhantelstange nehme und das Programm für mich einmal durchgehe. Ohje. Kreislauf und Muskeln sind so gar nicht mehr vorhanden.

#28 // 10,5 Wochen

Was mich am Urlaub am meisten erstaunte: das Stillen klappte super. Diese Ruhe wollte ich mit in den Alltag nehmen, jedoch war direkt der erste Tag zuhause wieder völliges Chaos. Außerdem vermisste ich die Unterstützung der Familie, da ich direkt vormittags und abends alleine zuhause war. Den ersten Abend Kinder ins Bett bringen war… hui. Zu zweit ist das so entspannt! Jeder ein Kind, umgezogen, gewickelt, Flasche, hinlegen, fertig. Alleine schreit immer einer und zwei Kindern gleichzeitig die Flasche geben ist unglaublich unbequem (hat da jemand eine schlaue Idee?). Ich leg sie mir immer beide auf das Stillkissen, wie beim Stillen, und gebe ihnen dann die Flasche, damit sie aufrechter liegen und an meinem Körper dran sind. Ein Zwischendurchbäuerchen ist dabei aber auch immer kompliziert.

Am Donnerstag wurde es jedoch sofort besser, obwohl ich auch tagsüber alleine mit den beiden war. Irgendwie ließen sie sich von mir ablenken und so kamen wir durch den Tag. Klar, sie brauchen eine rund-um-die-Uhr-Bespaßung, aber dafür war es harmonisch. Auch das Stillen klappte plötzlich super. Schnuffi bekam morgens und abends eine Flasche, Mausi sogar nur abends. Es klappt nämlich doch!!! Vermutlich könnte ich mir sogar die Abendflasche sparen, aber ehrlich gesagt bin ich da etwas zu bequem. Ich finde es mittlerweile sehr entspannt, auch einfach mal zufüttern und Ruhe zu haben. Stillen bleibt leider eine höchst aufmerksame Sache, da sie beide noch immer nicht selbstständig den Weg zur Brust finden und sehr häufig abdocken.

Und so läuft es nun. Es ist entspannter geworden, stillen klappt ganz gut.

Schnuffi ist mittlerweile richtig richtig gut im Kopfheben geworden. Mausi hingegen ist rückschrittig. Sie hebt ihn gar nicht mehr an. Find ich komisch, jedoch ist sie vermutlich einfach eher mit anderen Entwicklungspunkten beschäftigt. Außerdem versuche ich meine Kinder jeden Tag ein bisschen mehr in Bauchlage zu bringen, damit ihr Kopf wieder schön rund wird. Und sie das Kopfheben trainieren. Und sich evtl. auch mal drehen. Und und und….

Am Schönsten ist jedoch, dass sie uns endlich anlächeln und auf unseren Blödsinn reagieren. Oder morgens einfach strahlen, wenn sie einen entdecken. Hach.

# 27 // Urlaub mit den Zwillingen

Letzten Donnerstag war es so weit: der erste Urlaub mit den Zwillingen. Die Urgroßeltern haben eingeladen. Gemeinsam mit Oma, Opa, Großonkel, Onkel, Tante, Mama und Papa. Es ging nach Österreich, nach Walchsee. Die lange Autofahrt von Berlin aus funktionierte sehr gut. Beide haben fast durchgeschlafen und auch das Stillen zwischendurch auf den Raststätten hat super geklappt. Wir hatten extra einen Van gemietet, damit wir gemeinsam fahren können und der Platz auch für alles reicht. Und so konnte ich auch mit dem Stillkissen im Auto ohne Probleme stillen und es hat auch beiden gereicht!! 

Die Tage in Österreich waren wunderschön. Wir hatten wunderbares Wetter und konnten viel unternehmen. Mit dem Kinderwagen haben wir lange ebenerdige Spaziergänge gemacht und wenn es bergauf ging wählten wir die Tragen. Viel gewandert sind wir leider nicht. Beide haben das aber richtig toll mitgemacht! In sämtlichen Gasthöfen, auch auf den Bergen, gab es immer Wickelmöglichkeiten und alles war sehr kinderfreundlich. Lediglich das Essen gehen war kein Vergmügen. Ich weiß nicht warum, aber beide haben eine Abneigung dagegen, dass ich etwas esse. Da war ganz plötzlich ein riesen Geschrei und keine Chance sie zu beruhigen. Ganz schlimm wurde es ab 18 Uhr, da ging gar nichts mehr. Sie waren trocken, Essen wollten sie auch nicht, sie schrien einfach. Den einen Abend war es sogar so schlimm, dass wir in Etappen gegessen haben, während der andere mit dem Kinderwagen draußen Kreise gefahren ist. 

Es war sehr sehr hilfreich, die ganze Familie dabei zu haben. Das war eine riesige Entlastung für mich, da ich die Kinder auch einfach mal abgeben konnte. Dadurch hab ich es sogar geschafft die Shoppingweek online zu beginnen und auch die Sommerrodelbahn zu nutzen. Einfach mal wieder ich sein. Die Abende in der Unterkunft waren dafür echt gut. Nachdem die Kinder ihre Abendflasche bekommen hatten lagen sie ruhig in ihrem Bett und schliefen. Wir könnten uns mit dem Babyphone wieder zu den anderen setzen und noch ein paar Stunden ohne Unterbrechung genießen.

In den paar Tagen haben sich beide auch enorm weiterentwickelt. Sie lächeln so viel mehr! Wir haben rausgefunden, was ihnen gefällt. Auf Spielzeug reagieren sie nun auch langsam und schlagen etwas dagegen. Doch das schönste ist, dass mich Mausi morgens anlacht, wenn ich sie aus dem Bett hole.

Jetzt befinden wir uns auf der Heimfahrt. Ich werde die ganze Unterstützung und die gute Luft vermissen. Gleichzeitig freue ich mich aber auch wieder auf das Beistellbett und unsere Wickelkommode. Das zur Verfügung gestellte Reisebett war zwar gut, aber nachts nicht aufstehen zu müssen und rausheben zu müssen ist doch ein Luxus.

# 26 // Die Sache mit den Selbstzweifeln

8 Wochen Zwillinge. Und das gemeinsame Mantra einer Freundin mit Baby im gleichen Alter und mir lautet: „Mit 12 Wochen soll alles besser werden!“ Wird es das wirklich? Wir werden es sehen. Vielleicht reden wir es uns auch einfach ein und es wird dadurch automatisch besser.

Momentan häufen sich jedenfalls die Momente, an denen ich anfange an mir selbst zu zweifeln. Die Momente, wo ich mit dem Schreien der Kinder immer schneller überfordert bin. In denen ich keine eindeutigen Signale der Kinder erkenne. Mir immer denke „sie wollen beschäftigt werden!“, mir jedoch keine sinnvolle Beschäftigung für sie einfällt, die ich nicht schon ausprobiert habe und sie noch nicht mitmachen können. So weit sind sie oft einfach noch nicht! Und dann gucke ich wieder in meine Babyapp und kontrolliere, ob sie schon wieder Hunger haben könnten. „Gerade mal eine Stunde her…“… und wirklich Signale geben sie mir auch nicht. Oft erkenne ich, wenn sie Hunger haben. Aber zur Zeit gar nicht mehr. Und dann sitze ich bei ihnen, heule mir die Augen auf und weiß nicht mehr weiter. Sie schreien, ich muss mich zurückhalten nicht auch zu schreien und letztendlich kann ich sie doch wieder nur an die Brust nehmen. Sie nur mit Essen ruhig zu bekommen kommt mir so falsch vor. Klar, vermutlich brauchen sie es einfach. Aber da kommen wir auch gleich zum zweiten Punkt der Selbstzweifel. Gleich… denn ich sitze dann da und frage mich, was ich für eine Mutter bin. Die ihre eigenen Kinder nicht ruhig bekommt. Eigentlich wollen sie doch nur auf den Arm, aber ich schaffe es nicht, beide Kinder gleichzeitig zu trösten. Den Schnuller verweigern sie ebenfalls. Und wenn sie so in Rage sind beruhigt sie nicht mal mehr die Brust, die wird dann ebenfalls verweigert. Die Flasche nehmen sie dann jedoch wieder….

Und damit bin ich beim zweiten Punkt der Selbstzweifel. Wenn mein Sohn eine halbe Stunde an meiner Brust hängt und anschließend noch weitere 210-240ml Milch wegtrinkt. Wo er doch in seinem Alter maximal 180ml trinken sollte… ich bekomme meine Kinder nicht satt. Sie hängen so oft an der Brust, ich hab die Hoffnung, dass sich die Milchmenge mal irgendwie steigert, aber nein. Da passiert einfach nichts. Nachts ist das alles kein Problem, aber tagsüber ist es ein Kampf.

Letztendlich lässt sich sagen, dass ich trotzdem überglücklich bin. Ich liebe meine Kinder. Und ich hoffe sehr, dass es bald bergauf geht. Momentan fühle ich mich einfach sehr überfordert.

#25 // 7 Wochen Zwillinge

Die beiden entwickeln sich schön weiter. Im Vergleich zu anderen Babys in ihrem Alter sind sie doch noch ziemlich klein und dünn, aber so langsam sortieren wir doch die ersten Klamotten wieder aus. Huch! Ebenso merke ich, wie viele wir von den kleinen Flaschen haben und gar nicht mehr brauchen! Die bekam man dann doch irgendwie überall geschenkt.

Was wirklich gut läuft: das ins Bett bringen. Beide werden (meistens noch unter großem Geschrei) umgezogen, dann gibt es eine große Flasche und beide liegen ruhig nebeneinander in ihrem Beistellbett. Eigentlich hatten wir sie immer Fuß an Fuß gelegt, die Köpfe an die jeweils anderen Enden, aber da Schnuffi ziemlich gut schläft und Mausi eher nicht so, schlafen sie seit zwei Tagen direkt nebeneinander. Es ist sehr eng, aber…. ich konnte ja lange nicht schlafen, weil es einfach SO SÜSS aussah! Teilweise lag sie mit ihrem Kopf an seine Schulter gekuschelt da. Oder war sehr gemein und steckte ihm ihre Hand in den Mund und er fing an daran zu saugen…. aber seitdem schläft sie viel besser! Letzte Nacht hat er sogar durchgeschlafen. Hach! Jedenfalls legen wir sie da rein und sowie das Licht aus ist, ist auch fast schon Ruhe und sie schlafen. Es ist ein Traum und ich hoffe sehr, dass sie das beibehalten!

Was das Stillen angeht ist es nun so, wie es ist. Wir wollen evtl. morgens, mittags und abends eine Flasche zubereiten. Dann sind das später auch leichter die Breimahlzeiten und ich habe mehr Zeit Milch zu produzieren. Heute hab ich es jedoch direkt wieder ignoriert und fast nur gestillt. Es ging ziemlich gut! Schnuffi hatte mich immer wahnsinnig gemacht, weil er total rumgealbert hat beim Trinken. Weinte, obwohl die Brust im Mund war, haute immer nur mit seinem Mund gegen, öffnete ihn kaum und beschwerte sich dann, dass er Hunger hat. Ich benutze nun bei ihm seit wenigen Tagen ein Brusthütchen und seitdem ist das auch soooo viel entspannter. Er trinkt einfach hintereinanderweg.

Für mich hat letzte Woche die Rückbildung begonnen. Ich bin sehr froh, mich endlich wieder zu bewegen und etwas tun zu können. Mir fehlt der Sport sehr! Beim ersten Mal hatte ich beide Kinder dabei und beide waren die ganze Zeit sehr unruhig. Ich hab von der Theorie kaum etwas mitbekommen! Diese Woche ließ ich Schnuffi schlafend bei meinem Mann zuhause und nahm nur Mausi mit. Sie war sehr viel entspannter und ruhiger, schlief sogar dabei ein. Und es war sehr angenehm mal so ein bisschen das Gefühl von nur einem Kind zu haben. Wie einfach! Einfach in die Trage und los. Mit beiden brauch ich immer den Kinderwagen.

Die Rückbildung ist super. Ich war gestern sehr glücklich, mal wieder Squats und Lunges zu machen und freue mich sehr über meinen Muskelkater. Hach. Ich kann es kaum erwarten, wieder zum Sport zu gehen und dann meine paar Stunden für mich zu haben!

# 24 // Die weitere Entwicklung

Ich sitze auf der Couch, rechts neben mir, noch in der Kinderwagentasche, schläft Schnuffi, links neben mir schläft mein Mann und auf mir drauf liegt Mausi und schläft ebenfalls. Ich tippe also auf dem Handy, weil mein MacBook so weit weg ist…

Schlafen ist etwas, was ich dringend tun sollte. Irgendwie scheinen sie Tag und Nacht umzudrehen, zumindest letzte Nacht. Ich war alleine zuhause, als sie ins Bett gebracht wurden. Alleine mit zwei schreienden Kindern, denen es nicht schnell genug gehen konnte. Wickeln, umziehen, trinken. Der eine schlief, die andere brüllte noch eine Stunde weiter – weil ihr 10ml fehlten, wie ich in der Folgeflasche feststellen musste. Meine Nerven sind gerade etwas sehr strapaziert. Heute im Rückbildungskurs ging das weiter. Meine ansonsten doch friedlichen Kinder haben als einzige fast die gesamte Zeit rumgebrüllt. Trotz vorherigem Wickeln und Stillen. Von der Theorie hab ich nichts mitbekommen…

Und an solchen Punkten setzt bei mir die Resignation ein. Dann lasse ich sie weinen, sage deutlich „ich kann jetzt wohl auch nichts für dich tun“ und versuche mich selber irgendwie zu beruhigen. Zwei Kinder auf den Arm zu nehmen fällt mir schwer. Meine Angst ist riesig, dass eins plötzlich runterkullert. Beide lieben es getragen zu werden, aber wenn ich alleine bin geht das leider nicht.

Und dann sehe ich die Tränen aus den Augen fließen und fühle mich so unglaublich schuldig. Dass meine Kinder weinen müssen, dass ich sie nicht glücklich machen kann. Dass ich ihnen keine Geborgenheit geben kann. Und das ist der Punkt, der mich nach der Geburt weiterhin beschäftigt. Die Angst, meinen Kindern keine Geborgenheit geben zu können, dass sie das Gefühl bekommen, von mir links liegen gelassen zu werden. Das Gefühl, das ich habe, seitdem ich sie nachts auf der Intensiv zurücklassen musste. Dass ich Schnuffi nicht direkt nach der Geburt geben konnte.

Ich habe das Re-Bonding durchgeführt und es tat sehr gut! Er lag nass und nackt auf meinen nackten Oberkörper und schrie vor Hunger (Mausi hat nach der Geburt nicht geschrien…). Ich habe geweint, weil viel wieder hochkam. Während ich ihn so hielt hatte ich das Gefühl, mein Kind zum ersten Mal richtig kennenzulernen.

Seitdem geht es mir schon viel besser und ich habe das Gefühl, dass auch er viel lieber auf dem Arm ist. Vorher lag er lieber für sich alleine. Es kann aber auch mit dem am gleichen Tag stattgefundenen Osteopathentermin zusammenhängen….

Ich lese nebenbei auf Empfehlung meiner Hebamme „Es ist vorbei, ich weiß es nur noch nicht“ von Tanja Sahib. Dabei geht es um die Verarbeitung von Geburtstraumata und auch Berichte von Betroffenen. Ich bin fast durch und merke: Nein, so ein richtiges Geburtstrauma habe ich glücklicherweise nicht. Es gibt viel Negatives, wenn ich an die Geburt denke. Oft kommt mir das auch zuerst in die Erinnerung. Aber dann denke ich auch daran, was wirklich schön war: das Gefühl, als auch die zweite Geburt vorbei war, als Mausi geboren war. Sie das erste Mal zu sehen. Auf der Intensivstation dann Schnuffi das erste Mal zu sehen. Und der Moment, als wir mit beiden Kindern auf dem Arm die Klinik verlassen haben. Noch einmal vorbei an der Intensiv und dem Kreißsaal, raus in die Sonne (das erste Mal für mich draußen nach fast einer Woche), als Eltern. Und das Krankenhaus hinter mir.

Sie rauben mir momentan jeden Nerv und ich würde am liebsten heulen. Aber dann versuche ich in ruhigen Momenten beide in den Arm zu nehmen und mich bei ihnen zu entschuldigen. Mit viel Kuscheln und auf dem Arm sein.