# 46 // Heute vor neun Monaten…

NEUN Monate? Wirklich? Ohje. Ja.

Also was war vor neun Monaten? Gerade ist es 19:30 Uhr. Um 19:30 Uhr am 24.7. war ich in meinem Zimmer im Krankenhaus, die Einleitung hatte begonnen. Ich lag in dem Bett, bis diesem riesigen Bauch, alleine in einem Zwei-Bett-Zimmer auf der Wöchnerinnenstation. Draußen weinten Babys und ich versuchte meine Aufregung irgendwie zu kontrollieren. Immer wieder ging ich auf Toilette, aus Angst, die Blase könnte schon gesprungen sein. Nichts. Mein Mann ging irgendwann nach Hause, noch einmal Schlaf bekommen, bevor es los geht. Ich guckte Dr House auf meinem iPad. Gegen 22 Uhr kam die unfähige überforderte Hebamme für ein CTG, das nicht richtig funktionierte. Ein Kind war nie zu hören, ich sollte jedoch genauer beobachtet werden, eben wegen der Einleitung. Jedoch brach sie es irgendwann mit den Worten „ach, auch egal“ ab und ich konnte schlafen. Theoretisch. Ich war so aufgeregt, keine Liegeposition war bequem, draußen weinten Babys, in einer anderen Umgebung schlaf ich sowieso schlecht. Mit gefühlt keinem Schlaf ging ich, wie unzählige Male zuvor, um 3:40 Uhr zur Toilette und verlor auf dem Weg einen Schwall Wasser…… es ging los.

Wie die Geburt weiter geht hab ich ja bereits geschrieben. Es ist wieder einer dieser Tage und generell überlege ich schon lange, ob ich das hier schreiben soll. Mittlerweile sind neun Monate vergangen und ich hänge weiterhin total drin. Ich hab mittlerweile das Geburtsprotokoll und bin das mit meiner Hebamme gemeinsam durchgegangen. Das tat wirklich gut. Sie konnte mir zu vielen Punkten was sagen, warum wie entschieden werden konnte.

Fakt ist:

  1. Manchmal frage ich mich, ob ich es ohne PDA geschafft hätte. Ich hätte es so gerne so natürlich wie möglich gemacht und manchmal mach ich mir deswegen Vorwürfe. Und frage mich, ob es vieles verlangsamt hat. Letztendlich weiß ich aber: ich hab mein bestes versucht. Ich konnte nicht mehr. Ich hatte keine Kraft mehr die Schmerzen auszuhalten, die einfach keine Pause nahmen und immer mehr wurden. Jetzt weiß ich auch, dass ich gut entschieden habe, da ich noch wirklich lange danach gebraucht habe. Der Muttermund war immerhin erst gegen 23 Uhr vollständig geöffnet, 19 Stunden nach Wehenbeginn. Und dann dauerte es noch mal   gut 4 Stunden, bis alles vorbei war.
  2. Ich hab mich immer gefragt, ob die Geburt ohne Einleitung besser gewesen wäre. Weniger unter Dauerwehenschmerz, sondern mit einem Kommen und Gehen. Ob alles schneller gewesen wäre, wenn die Kinder selber entschieden hätten, dass es los geht. Antwort: Vermutlich nicht. An der Einleitung lag das alles nicht. Vielleicht war ich angespannter, weil ich bereits im Krankenhaus war, nicht geschlafen habe, aufgeregt und wusste, dass es losgehen wird. Zu viel Anspannung innerlich. Letztendlich wird man es aber nie wissen.
  3. Ein Punkt, bei dem mir bei der Erklärung und dem erneuten Durchgehen wirklich anders wurde, war Jonas Geburt. Er brauchte ewig, er wollte einfach nicht raus. Ich presste und presste und presste (laut Bericht 20 Minuten, jedoch begann ich wesentlich früher damit, gegen 23 Uhr sind meine ersten Versuche aufgeschrieben, er kam um 00:41 Uhr…). Als sie mir jetzt erklärt hat, dass es eine extrem knappe Entscheidung zwischen Kaiserschnitt und Saugglocke war kamen mir die Tränen. Ich bin dankbar für das kompetente Team, das ich um mich hatte. Das mich hat probieren lassen, ob er sich überhaupt in der Presswehe nach unten bewegt. Er lag noch immer in der Beckenmitte, viel zu weit oben bei viel zu schlechten Herztönen.  Es musste sehr schnell gehen. Doch er bewegte sich, nach drei Presswehen war er dann endlich geholt.

Es war sehr emotional alles noch einmal durchzuarbeiten. Es hat mir sehr viel gebracht. Aber abschließen kann ich noch immer nicht. Mein Problem ist, dass ich Angst habe, dass es wirklich das letzte und einzige Mal gewesen sein könnte all diese Erfahrungen gemacht zu haben. Von Schwangerschaft, Vorbereitung, Geburt, Neugeborenes, Stillzeit. Ich klammer mich daran fest und kann nicht loslassen.

Und jetzt bin ich fast mit dem Kangatraining durch und muss auch da bald loslassen, dann bin ich komplett raus aus der Hebammenpraxis, vom Kontakt mit meiner Hebamme, mit den wunderbaren Menschen dort. Es fällt mir sehr schwer.

 

# 45 // Urlaub in Dänemark

Für acht Tage sind wir nach Dänemark gefahren. Es ging nach Søndervig an die Nordseeküste in ein Ferienhaus gemeinsam mit meinen Eltern. Das Haus hatte bereits ein Reisebett und einen Kinderhochstuhl, einen zweiten Stuhl haben wir dazu gemietet und ein Bett mitgenommen. Leider war der Kinderhochstuhl nicht für Babys geeignet, weshalb wir kostenlos einen zweiten abholen konnten. Kinderfreundlichkeit können die Skandinavier eben.

Die Anfahrt war stressig. Beide Kinder waren mit Magen-Darm-Problemen angeschlagen, haben wenig gegessen und Jonas konnte auch nicht schlafen, ohne auf dem Arm zu sein, was im Auto echt lange gedauert hat, bis er im Sitz eingeschlafen ist. Wir machten drei Pausen, bei denen sie sich auf einem Rasen ausstrecken und etwas bewegen durften. Dazu wurde gefüttert und im Auto gewickelt. Für den Urlaub liehen wir uns die V-Klasse der Schwiegereltern aus, sodass beide in der zweiten Sitzreihe (drehbare Sitze) sitzen konnten und ich in der dritten ihnen gegenüber. Im Laufe des Urlaubs erkannte ich jedoch, wie einfach es ist die Kinder in den Autositzen zu füttern. Geht im Notfall eben auch. Kurz vor der Ankunft begann auch ich krank zu werden und somit quälten wir uns wirklich bis ans Ziel. Umso schöner war es, endlich die Meeresluft in der Nase zu haben und Unterstützung meiner Eltern zu haben, da ich mit Fieber auf die Couch sank und fast zeitgleich mit den beiden ins Bett fiel.

Die Kinder im Ferienhaus zum Schlafen zu bekommen gestaltete sich schwieriger als gewohnt. Die neue Umgebung war einfach zu ungewohnt, das Zimmer (ein eigenes für sie, in unser Schlafzimmer hätten sie nicht mit reingepasst) durch ein Handtuch abgedunkelt und die Türen dämpften kaum Geräusche ab. Doch irgendwann ging es.

Jonas schlief gegen 5 Uhr nicht wieder ein und musste mit zu uns ins Bett – eine Herausforderung für uns. Zuhause haben wir ein 1,80m Bett mit zwei getrennten Matratzen. Das ist besonders wichtig, da sie die Grenze aufzeigt, wie weit jeder gehen darf. Wir sind Einzelschläfer, ohne Körperkontakt, viel Freiraum für jeden. Und dank der 1,80m passen auch beide Kinder zwischen uns, sollte es nötig sein (oder ins Beistellbett neben mich). Im Ferienhaus „quetschten“ wir uns auf 1,40m zusammen und als dann das erste Kind zwischen uns kam ging gar nichts mehr. Musste dann auch das zweite dazu war an Schlaf kaum noch zu denken. Die Vorfreude auf das eigene Bett war wirklich riesig ;)

Eine Umstellung war auch ohne Küchenwaage oder Wasserkocher mit 40°C Einstellung zu arbeiten. Das Getreidepulver wurde mit Augenmaß eingefüllt und das Wasser war oft zu kalt, aber es funktionierte schon irgendwie. Urlaub – Abstriche machen und einfach mal entspannter an alles rangehen!

Die Zeit im Ferienhaus war (bis auf die Schlafsituation) wirklich sehr entspannt. Beide saßen mit uns am Tisch, spielten sonst auf dem Boden oder kamen bei gutem Wetter mit raus auf die Terrasse, wo wir eine Decke über die Holzplanken legten. Leider gab es jedoch kaum einen schattigen Fleck, aber auch nicht viele sonnige Tage. Die Terrasse war rundherum durch einen Zaun begrenzt, sodass sie auch nicht wegrobben konnten. Zum Haus gehörte eine Schaukel, für die wir sogar eine Babyschaukel zum Reinsetzen gefunden haben. Steckdosen waren alle ungesichert, jedoch waren selten welche auf Fußbodenhöhe vorhanden oder dann per Kippschalter ein- und auszuschalten.

Unterwegs hatten wir, sogar mit dem Zwillingskinderwagen, selten Einschränkungen. Passten wir durch eine Tür zu einem Geschäft nicht durch, wurde sie selbstverständlich für uns weiter geöffnet oder einer wartete draußen mit den Kindern. Der am nähesten gelegene Supermarkt war auch ohne Probleme zugänglich.

Zum Strand ging es mit den Tragen, da dieser dort nur über Dünen zu erreichen ist. In den Orten gibt es häufiger gepflasterte Übergänge, jedoch nicht im Ferienhausgebiet. Dort angekommen konnten wir die beiden das erste Mal mit Strand und Sand bekannt machen und es war wunderbar!

Das Highlight der Reise war der Ausflug ins Legoland Billund. Empfehlenswert ist es jedoch eher ab 3 Jahren, so richtig spannend wird es vermutlich erst mit 10-12 Jahren, wenn alle Achterbahnen gefahren werden können. So wartete meistens jemand am Kinderwagen, während die anderen die Attraktionen besuchten. Es war ein Spaß! Für ganz kleine Kinder gibt es das Duploland, wo Duplohäuser in groß zum Spielen aufgestellt sind. Mit den beiden Babys konnten wir immerhin vier Attraktionen besuchen: Die Einschienenbahn, die selbstfahrenden Sarafiautos, die Boote und die Eisenbahn. Bei allen Attraktionen fährt man gemütlich rum und kann sich die Landschaften aus Legosteinen angucken, was wirklich sehr sehenswert ist! Zum Abschluss ging es in den großen Legoladen, wo auch einiges an Geld gelassen wurde. Mittlerweile besitzen wir einige Duplo-Sets, die jedoch frühestens ab 1,5 Jahren empfohlen sind. Mama hat aber ihren Spaß ;)

Nach acht Tagen ging es für uns zurück nach Berlin. Die Rückfahrt klappte wesentlich besser als die Hinfahrt! Alle waren gesund, die Kinder schliefen viel mehr als auf der Hinfahrt und somit kamen wir sogar mit nur zwei Stopps durch.

Dänemark mit Kindern – immer wieder!

Der letzte Urlaub außerhalb der Ferienzeiten bis zur Rente. Seufz.

# 44 // Zwillinge tragen

Heute kam mein Paket mit den neuen Tragemöglichkeiten an, sodass ich beide Kinder tragen kann. Bestellt habe ich mir eine WrapStar von Kokadi und ein Tragetuch. Beides lässt sich super mit meiner Ruckeli kombinieren. Dafür lege ich mir zuerst die WrapStar ohne Kind um (bereits über den Rücken kreuzen), anschließend die Ruckeli, setze in diese ein Kind rein und bringe es ganz normal auf den Rücken. Danach kann ich in die WrapStar das zweite Kind von oben reingleiten lassen, zuschnüren und fertig! Beim ersten Versuch saß alles noch etwas schief, aber das sollte bald gehen.

Für die Tragetuchvariante kann ich das Rückenkind direkt nach hinten bringen und hänge das Tuch dann durch die Schultergurte in die Trage ein. Dafür habe ich den Beutel vor mir und ziehe beide Enden durch die Schultergurte, setze das Kind rein und wickel das Tuch unter den Beinen zusammen, führe es nach hinten und schließe es. Dies konnte ich jedoch heute noch nicht mit Kindern ausprobieren (mit Tragepuppen hab ich es jedoch schon gemacht) und werde da morgen weiter üben.

Warum habe ich mir beides gekauft? Die Tuchvariante finde ich erst mal praktischer und im Alltag schneller umzusetzen. Hauptsächlich für Situationen, wenn der Wagen geparkt ist und ich mit beiden Kindern tragend weiter muss (Kinderarzt, Physiotherapie, da steht der Wagen vor der Tür und ich müsste zwei mal laufen und sie momentan auch auf den Boden legen, was ich nicht möchte). Die Half-Buckle hingegen werde ich garantiert auch einzeln nutzen, da es ein wunderschönes Tragegefühl ist, keine Schultergurte zu spüren, sondern einfach nur Tuch. Ich freue mich sehr darauf, beide im Alltag zu testen und zu sehen, wie weit ich mit ihnen kommen. Sind immerhin fast 18kg, die ich da mit mir rumtrage!

# 43 // Hallo, liebe Mama-Blase…

… du bist wirklich sehr angenehm und ich genieße dich. Hier in dir, mit meiner kleinen Familie. Es dreht sich alles um die Kinder, man verfolgt jeden kleinen Fortschritt, tauscht sich mit anderen Mamas aus und verfolgt genauso interessiert deren Fortschritte. Interessant sind allgemeine Elternthemen, es dreht sich um Entwicklung, Förderung, die Zukunft der Kinder. Die Kita-Platz Situation und die Fehlplanungen der Schulen mit viel zu großen Schülerzahlen sind die Sorgen, die einen beschäftigen, ganz neben den gesundheitlichen Wehwehchen und den nächsten Schreiattacken des Nachwuchses. Man schwelgt in Erinnerungen der Schwangerschaft, geht immer wieder in seinem kleinen Umfeld an den Orten vorbei, die währenddessen wichtig waren und denkt zurück. Das große Stadtleben ist weit weg, alles was man braucht, hat man vor der Haustür und muss mit den Kindern keinen großen Weg zurücklegen. Volle U-Bahnen? Verspätete Busse? Stau? All das ist in der Mama-Blase unwichtig. Man muss sowieso mehr Zeit einplanen, gelassen sein. Der Weg vom Fahrstuhl zur Bushaltestelle ist eben weiter, als wenn einfach die Treppen nehmen könnte. Der Bus hat bereits einen Rollstuhlfahrer und zwei Kinderwagen drin? Dann muss man eben noch mal 10 Minuten auf den nächsten warten. Man lernt es schnell. Die große Sorge sind defekte Fahrstühle, die einen Umweg erforderlich machen, weil Treppen mit einem Zwillingskinderwagen absolut nicht möglich sind. Ach, wenn man doch nur immer diese Sorgen hätte.

Aber nein, liebe Mama-Blase. So schön ich dich auch finde, es wird langsam Zeit. Das habe ich heute gemerkt. Knapp vier Stunden außer Haus, in der Schule, im Gespräch mit Kollegen. Sich wieder um „alte“ Probleme sorgen, Planungen für das neue Schuljahr treffen, Verabredungen mit Kollegen ausmachen. Den neusten Tratsch erfahren und sich mal wieder auf den aktuellen Stand bringen. Sich ohne Kinderwagen in einen vollen Bus quetschen, genervt sein von den intelligenten Schülern, die es super lustig finden in der Tür zu stehen und immer wieder den Knopf zu drücken, sowie sie zugehen. Mal nicht von jeder Oma mit einem „Ach sind die süß, Zwillinge?!“ begrüßt zu werden. Die Kopfhörer auf den Ohren zu haben, das Buch auszupacken und abzutauchen. Und dann komme ich nach Hause und merke: „Hey, du hast jetzt mal vier Stunden nicht daran gedacht, dass du der ganzen schönen Schwangerschafts- und Babyzeit hinterher trauerst!“ und merke, dass es gut tat. Abgelenkt zu sein, mal wieder über etwas anderes zu reden, als Babys. Mal wieder das „alte Leben“ zu haben.

Liebe Mama-Blase, du bist wirklich nützlich. Du hast mir eine Auszeit vom stressigen Alltag gegeben, tust es immer noch. Und wirst es auch hoffentlich noch tun, wenn ich aus der Schule nach Hause komme und meine Kinder wieder bei mir habe. Aber nein, ich brauche dich nicht rund um die Uhr. Ich brauche auch einen Teil meiner alten Probleme und Sorgen, die mich ablenken. Das ist mir heute bewusst geworden. So traurig ich auch bin, dass ich nur noch vier Monate Elternzeit vor mir habe (aaaah, was???), desto mehr freue ich mich aber auch wieder auf einen geregelten Alltag. Einen neuen Alltag. Der neuen Herausforderung, Job und Familie unter einen Hut zu bekommen.

# 42 // Kitaplätze usw.

Wir haben sie. Direkt zwei! Für beide Kinder. Erst mal nur Teilzeit und auch erst zwei Wochen, nachdem ich wieder zu arbeiten begonnen habe, aber wir haben sie trotzdem unter diesen Bedingungen angenommen. Auf Vollzeit können wir später noch aufstocken und mein Mann hat ohnehin Semesterferien und macht die Eingewöhnung. Es war für uns zum Glück unkomplizierter als gedacht. Bereits in der Schwangerschaft meldeten wir uns bei zwei Kitas an. Die eine wollte alle zwei Monate eine Mail haben, dass wir noch Interesse haben, die andere angerufen werden. Nach der Geburt folgten zwei weitere Kitas. Unsere jetzige und eine direkt daneben. Unsere wollte gar nichts. Brauchten uns nicht melden, es lief einfach. Die daneben wollte auch immer wieder Anrufe, jedoch haben wir da gar nicht mehr reagiert. Was bei Mehrlingen übrigens das Problem ist: Man hat zwar einen „Anspruch“ auf einen Platz, aber nicht in der gleichen Kita! Und somit sind wir umso glücklicher, dass wir zwei Plätze bekommen haben.

Was sonst noch? Kurz nach meinem letzten Beitrag konnte man beide Kinder besser hinsetzen. Noch nicht ganz frei, aber immer sicherer. Im Hochstuhl klappt es wackelig, aber irgendwie schon. Wir haben aber wieder zurückgebaut, sie sollen es wirklich von alleine schaffen.

Außerdem: Ich habe meinen Geburtsbericht erhalten. Sieben Seiten Dokumentation. Von meiner Ankunft und dem Dauer-CTG vor und nach der Einleitung (ja, ich lag wirklich 3,5 Stunden am CTG!), dem Blasensprung, Wehenbeginn. Die vielen Stunden, die es dauerte, welche Medikamente ich wann bekommen habe, wann ich mich umdrehen wollte. Die meiste Zeit über in einer leserlichen Handschrift, als es dann zu den Geburten ging kaum noch lesbar. Mich interessierte die Dauer der Presswehen, aber das geht nicht wirklich hervor. Letztendlich steht nur das aktive Pressen drin, und das waren immerhin 15 und 30 Minuten. Für mich erstaunlich: die zweite Geburt kam mir da wesentlich kürzer vor. Und dass die erste Geburt mit der Saugglocke trotzdem noch drei Wehen dauerte. Die Tatsache, dass die Öffnung der zweiten Fruchtblase erst 45 Minuten nach der ersten Geburt erfolgte, was mir wesentlich früher vorkam und es erst dann wieder losging.

Ich habe demnächst einen Termin mit meiner Hebamme und wir gehen das gemeinsam durch. Ich hab noch immer großen Bedarf darüber zu reden. Ich könnte ständig drüber schreiben, ich hab immer wieder plötzlich Bilder der Tage vor dem inneren Auge. Und noch immer kann ich meine Emotionen dazu nicht einordnen. Ich tendiere momentan dazu, dass ich Angst habe es zu vergessen und es mir deswegen immer wieder hervorhole. Ich kann von den Ereignissen nicht loslassen, weil sie so entscheidend waren für mein Leben. Und so einmalig. Ich werde es nicht noch einmal erleben. Ich trauer der ganzen schönen Vorbereitungszeit hinterher, der wunderschönen Schwangerschaft. Ich hoffe, dass ich irgendwann nicht mehr ständig an die Geburt zurückdenken muss.

# 41 // Das verzweifelte Warten, dass es weitergeht

Immer wieder erwische ich mich, wie ich neidisch zu anderen gleichtaten/jüngeren Babys gucke, die bereits sitzen können. Dann gucke ich meine Zwillinge an, die absolut keine Anstalten machen, das demnächst können zu wollen. Und seufze ungeduldig. Es würde so viel erleichtern. Das Gemecker im Kinderwagen, weil sie liegend nichts sehen (und nein, ich baue nicht um, bevor sie es nicht selber können. Sehe ich oft genug und frage mich, was das soll, die Kinder hängen total schief, weil sie sich nicht halten können), das Gemecker zuhause, weil im Liegen spielen einfach langweilig wird und sie weiter wollen. Ich könnte länger unterwegs sein, den Brei mitnehmen und unterwegs einfach m Wagen füttern. Becher auf, Löffel raus, los. Momentan müsste ich ein Kind auf den Schoß nehmen, es füttern, dann das andere Kind. Dauert ewig. Hab ich keine Lust drauf. Es schränkt mich also sehr ein. Ihnen einen Snack in die Hand drücken, Fingerfood. Geht im Liegen nicht. Müsste ich anhalten, ein Kind rausnehmen, warten, nächstes Kind. Und das wartende Kind liegt natürlich auch nicht ruhig da, denn liegend im Wagen sieht man ja nichts.

Klar, ich könnte sie einfach aufsetzen und festklemmen. Aber will ich das meinen Kindern antun? Ganz klar: nein. Solange sie es nicht von alleine schaffen und die Muskulatur ausreichend gebildet haben mach ich das nicht. Wenn man sie hinsetzt halten sie sich auch noch gar nicht, das ist eine absolute Wackelpartie.

Und so bleibt es dabei, dass ich andere Babys angucke, sehe, wie sie vor ihren Müttern sitzen und gefüttert werden. Und ich dann wieder meine aus dem Liegen hochhebe und wieder zurück hinlege. Sehe, dass die jetzigen Sitze am Tripp Trapp langsam klein werden und hoffe einfach nur, dass diese Phase bald überstanden ist. Für meine Nerven, für ihre Nerven.

# 40 // Die erste Nacht ohne Kinder

„Sucht euch mal ein Wochenende aus, da nehmen wir die Kinder über Nacht!“, sagten meine Eltern vor einiger Zeit. Hui. Okay. Kann ich das? Können die Kinder das? Dass meine Eltern das schaffen war mir klar. Aber gut. Nun kam es, dass wir einer Freundin einen Gutschein für ein Restaurant geschenkt haben und sie daraufhin meinte, dass wir da zusammen hingehen könnten. Also entstand so langsam ein Plan, dass wir das verbinden können.

Gestern war es dann soweit: Um 11:30 Uhr waren mit mit einem gepackten Koffer (große Tasche…….) bei meinen Eltern. Mittagessen um 12 Uhr gab es bereits selbstgekocht von der Oma und wir blieben noch für eine Stunde dabei. Dann verabschiedeten wir uns (alles ohne Probleme, sie bekommen das noch gar nicht so richtig mit, glaube ich… oder sind einfach super unkompliziert) und fuhren zu unserer Verabredung. Das war schon ein bisschen komisch. So einen Tag für uns hatten wir bereits, aber dieses Mal für richtig lange! Kein ständiges Auf-die-Uhr-gucken-wegen-Mahlzeiten-und-ins-Bett-bringen, kein Druck alles so zu planen, dass sie kurz vorm Schlafen kein Nickerchen machen…. nein. Komplett frei. Wir waren dann um 13 Uhr zum Bouldern verabredet, für mich das erste Mal. Mein Mann fing damit bereits an, als ich noch schwanger war. Mir war das logischerweise zu riskant, während der Schwangerschaft einen Sport zu machen, bei dem ich fallen könnte. Und so kletterte ich gestern das erste mal ein paar leichte Strecken. Zunächst etwas vorsichtig und ängstlich, doch irgendwann hatte ich den Dreh raus und kam höher und weiter. Es hat sehr viel Spaß gemacht und der Muskelkater ist jetzt sehr angenehm!

Anschließend fuhren wir weiter zum Essen bei Peter Pane, danach zum Spieleabend und noch einer Geburtstagsparty. Es war schon verrückt, mal wieder um 21:30 Uhr gemeinsam im Auto zu sitzen und irgendwo hin zu fahren. Generell war es sehr schön einfach etwas gemeinsam zu unternehmen, mit Freunden. Ohne Kinder. An sie gedacht hab ich trotzdem ständig. Da ich aber auch keine Nachrichten von meinen Eltern bekam schien alles gut zu laufen und ich war entspannt und genoss. Kurz nach Mitternacht fuhren wir dann nach Hause und erfreuten uns an kleinen Dingen: Licht im Flur anmachen, unter der Dusche Radio anmachen, kein Babyphonerauschen im Hintergrund. Einschlafen ohne zu wissen, dass man sowieso bald wieder geweckt wird, durchschlafen, ausschlafen!!! Aber gerade durchschlafen war so gut! Das ist so lange her! Schon in der Schwangerschaft ging das gar nicht mehr, weil immer jemand auf die Blase drückte. Es tat sehr gut.

Der Plan für heute bestand eigentlich darin, dass ich um 13 Uhr zum Sport gehen würde und wir danach die Kinder abholen würden. Änderte sich jedoch alles spontan. Nach einem Frühstück im Park in der Sonne kam die Nachricht, dass Lena leichtes Fieber hat und wir kommen könnten. Und somit ließ ich den Sport sausen (hab ja gestern genug getan) und wir machten uns auf den Weg. Ich freute mich ohnehin sehr, meine Kinder wiederzusehen. Und ja, ich vergoss sogar ein Freudentränchen, als mich Lena erblickte und breit anstrahlte.

Und so ging es vorbei: Die erste Nacht der Kinder ohne Eltern, die erste Nacht der Eltern ohne Kinder.

Und sonst so? Fast 7,5 Monate sind die beiden nun alt und es tut sich etwas. Lena robbt durch die Zimmer und fängt an alles auszuräumen. Ganz besonders gern die untere Ebene vom Couchtisch. Jonas übt ganz fleißig auf allen Vieren zu sein und bewegt sich jetzt gaaaaanz langsam auch mal vorwärts. Meistens schiebt er sich jedoch rückwärts oder dreht sich im Kreis. Immerhin gelingt es ihm  E N D L I C H  sich vom Bauch zurück auf den Rücken zu drehen!!! Und auch über die linke Seite hat er sich endlich auf den Bauch gedreht!! Es geht voran!

Der nächste Urlaub steht in den Startlöchern und ich hab noch immer die Hoffnung, dass sie bis dahin sitzen können. Es würde so viel erleichtern! Essen im Hochstuhl wäre ein Traum. Abwarten. Noch besteht Hoffnung.