#36 // Es wird so schön! Bald!

… also eigentlich ist es ja schon Tag für Tag schöner. Sie weinen weniger, sie werden mobiler, sie beschäftigen sich ein bisschen selber. Ich hab die Spielzeugkiste umgekippt und Mausi schafft es sogar sich irgendwie dahin zu rollen und sich was rauszuziehen. Schnuffi hingehen rollt sich auf den Bauch… und liegt dann auf dem Bauch. Und weint irgendwann, weil die Kraft nachlässt. Und schreit irgendwann, weil er es nicht alleine schafft. Kaum liegt er wieder auf dem Rücken, rollt er sich sofort wieder rum. Ich glaube langsam, dass er einfach frustriert ist nicht vorwärts zu kommen. Hab ihn erwischt, wie er versuchte sich nach vorne zu ziehen. Nachts schläft er momentan auch auf der Seite bzw sogar auf dem Bauch. Mausi liegt immer Kreuz und quer im Bett, sodass wir beide nun doch wieder Fuß-an-Fuß legen mussten. Der Umzug ins eigene Zimmer steht kurz bevor und ich bin mir so unsicher. Es kommt mir viel zu früh vor. Sie sind doch erst 5,5 Monate alt! Jedoch nähern wir uns immer mehr an durchgeschlafenen Nächten und dann wäre es nicht mehr dramatisch.

Stillen tu ich jetzt nicht mehr, seit gestern ist Schluss. Es war zuletzt eh nur noch ein kurzes Durststillen in der Nacht, richtigen Hunger konnte ich nicht mehr stillen. Tagsüber warfen sie sich entweder weg von der Brust oder wurden einfach nicht satt. Kurz gesagt: meine Kinder wollten nicht mehr. Es gibt dieses Abstillen und das andere Abstillen: Entweder wollen die Mütter nicht mehr oder die Kinder, aber wie man es hat, hat man es so, wie man es nicht möchte. An sich bin ich dankbar, dass ich sie nicht entwöhnen muss, dass sie sich selbst entschieden haben. Aber mir selber fällt es so verdammt schwer. Die Hormone spielen verrückt und es kommt alles hoch. Ich habe es wirklich genossen, diese Nähe zu meinen Kindern, dass ich sie selber ernähren konnte. Etwas, was eben nur ich alleine konnte. Dass ich ihnen wichtige Grundlagen über die Milch weitergeben konnte.

Aber so klappt es auch sehr gut. Den Mittags- und Abendbrei haben sie sehr schnell und sehr gut angenommen und werden auch wirklich satt. Ich habe aufgehört mir den Stress zu machen beide um mich herum aufs Stillkissen zu legen, wenn es die Flasche gab und ich alleine füttern musste. Sie liegen nun leicht aufrecht auf dem Boden, Schultern auf dem Stillkissen, ich davor und Flaschen im Mund. Teilweise halten sie sie nun auch schon selber. Sie sind länger satt. Und das alles hat den Vorteil, dass ich wieder mobiler werden kann. Ich werde mich nun wieder länger raustrauen, ohne Angst unterwegs beide gleichzeitig stillen zu müssen. Notfalls Flasche im Liegen und sie werden satt. Wickeln kann man immer irgendwo und im Wagen schlafen sie eh super gut.

Am Dienstag im Kangakurs war eine weitere Zwillingsmutter mit etwas älteren Zwillingen. Die krabbelten alleine durch den Raum und es war so schön zu sehen, wo es hingehen wird!! Es wird schöner. Bald. Und bald gibt es evtl. auch einen Zwillingstreff dort.

Was jetzt ansteht: Verarbeitung. Die Geburt nagt noch immer an mir, vielleicht sogar wieder stärker als sonst. Ich bemühe mich jetzt um den Geburtsbericht und werde ihn dann mit meiner Hebamme durchgehen. Es sind noch immer gemischte Gefühle, viele negative, viele positive. Ich habe bereits sehr viel vergessen und weiß: ich würde es gerne noch einmal erleben. Was das große negative Gefühl ist: es war nicht schön. Es war nicht die Geburt, die ich mir gewünscht hab. Es war nicht das Kennenlernen mit beiden Kindern, wie ich es mir gewünscht hab.

Ich bin auch sehr sentimental, wenn ich an die ganze Schwangerschaft zurückdenke. Wie wohl ich mich in der Hebammengemeinschaft gefühlt habe, wie ich mich auf jeden neuen Termin/Kurs gefreut habe. Alles war so aufregend und wunderschön. Und irgendwann vorbei. Und nun muss ich mich bald endgültig von meiner Hebamme trennen und das fällt mir so wahnsinnig schwer. Nicht nur von ihr als Person, sondern auch von allem, was dazugehörte. Noch bin ich sowieso im Kanga bei ihr.

Ich kann noch immer keine Bilder/Videos von Geburten sehen, ob nun echte oder gestellte. Zeitschriftenartikel darüber. Mich nimmt es total mit, wenn ich von Babyschicksalen höre, wenn sie zurückgelassen wurden o.ä. Ich hoffe sehr, dass es sich irgendwann gibt und ich einfach nur glücklich zurückblicken kann.

Hat einem ja vorher auch niemand gesagt, dass das noch so eine Baustelle wird.

# 35 // Neues Jahr mit den Zwillingen

Es war ein schöner Jahresabschluss. Ich habe es sehr genossen, dass mein Mann frei hatte und wir die Tage gemeinsam verbringen konnten, auch mit der Familie an Weihnachten. Silvester wurde spannend. Wir hatten keine Ahnung, wie die Kinder reagieren werden. Unser Schlafzimmer liegt nach vorne zur Straße raus, erste Etage in einer recht schmalen Straße. Ich hatte überlegt, ob das Kinderzimmer zum Hof leiser wäre, jedoch ist es dort tatsächlich lauter.

Und so bekamen wir Besuch, legten die Kinder wie immer um 19 Uhr ins Bett und schalteten das Babyphone ein. Vor dem Fenster wurde immer wieder geknallt und es hat sehr lange gedauert, bis ich wirklich entspannen konnte. Aber es lief super! Etwa dreimal mussten wir ins Zimmer und den Schnuller wieder in den Mund stecken und schon war es gut. Es wurde immer mehr geknallt und die Kinder schliefen. Und schliefen. Und schliefen. Um 23:50 Uhr meldeten sich dann beide und es geschah, was ich befürchtete: ich musste stillen. Kurz vor Mitternacht. Und so saß ich im dunklen Schlafzimmer, stillte, mein Mann und unser Besuch mit im Zimmer, wir hatten die Atomuhr auf dem Handy an, flüsterten den Countdown und so wünschte ich meinen Kindern direkt um Mitternacht ein frohes neues Jahr. Direkt danach legten wir sie wieder ins Bett, obwohl sie hellwach wirkten und draußen der Knallhöhepunkt erreicht war und…. sie schliefen ein und weiter. Und wurden erst wieder gegen 4 Uhr wach, als schon alles vorbei war. Ein Traum!

2018. Wir haben direkt mal mit dem Abendbrei begonnen und gucken mal, wie es läuft. Der Mittagsbrei ersetzt die Milchmahlzeit schon komplett, auch wenn sie am besten essen, wenn es ein Essen mit Frühkarotten gibt.

Ich freue mich auf den ersten Frühling mit den Kindern, wenn so langsam die Wintersachen wieder im Schrank verschwinden können. Wenn sie selbstständig sitzen können und die Tragetaschen nicht mehr in den Kinderwagen getragen werden müssen. Wobei sie ja schon sehr bequem sind. Denn dann muss ich sie einzeln runtertragen, den Wagen aus dem Abstellraum holen und beide reinsetzen. Klingt schon irgendwie erst mal anstrengender.

Im ersten Sommer freue ich mich darauf, wenn sie durch die Gärten der Großeltern krabbeln können und auf Entdeckungstour gehen können.

Sie werden krabbeln lernen und evtl auch laufen! Sie werden 1 Jahr alt und kommen in die Kita! Und… ich muss wieder arbeiten gehen. Vollzeit. Es nervt mich schon jetzt so sehr! Das hätte ich ja vorher nie gedacht.

#34 // Weihnachten mit den Zwillingen

Nun ist es vorbei: das erste Weihnachten als eigene kleine Familie, das erste Weihnachten mit den Zwillingen. Es war schön! Heiligabend hatten wir nur zu viert eingeplant, jedoch waren spontan meine Eltern doch noch bei uns, nachdem wir in der Kirche waren.

Die Kinder haben am Geschenkpapier gezogen (es hat so schön geknistert!) und ihre Geschenke bekommen. Es gab zwei Bücher, Mützen, Badespielzeug, einen rasselnden O-Ball, Stoffbausteine, eine Weihnachtsbaumspieluhr, Wackelfiguren, Besteck, Teller, Schüsseln, Brei, Schnabeltassen, Lätzchen, Holzbausteine, ein Holzauto und den Duplo-Zoo. Hab ich was vergessen? Ohje. War ne ganze Menge! Das Highlight war jedoch, als Schnuffi den Weihnachtsbaum umgeworfen hat. Ich saß mit ihm davor und fand es sehr süß, dass er den Baum erkundete und die Nadel anfasste. Jedoch zog er plötzlich dran und zack, er fiel um. Es ist aber nichts passiert und glücklicherweise haben wir es auf Video!

Am ersten Feiertag waren wir bei den Schwiegereltern und das hat auch wunderbar geklappt! Heute waren wir bei meinem Bruder und meiner Schwägerin. Bis auf eine ständige Müdigkeit und Schlafverweigerung war es ganz wunderbar! Das Feiern mit Familie hatte den Vorteil, dass immer jemand da war um ein Kind zu beschäftigen, sodass wir auch mal keine Kinder an uns dran hatten. Es war wirklich, wirklich schön!

Allgemein läuft es. Ich bin froh, dass Ferien sind und mein Mann jeden Tag zuhause ist. Das Essen klappt hervorragend! Wenn die Kinder kurz vorher geschlafen haben essen sie wirklich gut. Gemüse mit Kartoffeln und hinterher Obst wird verschlungen und auch das erste Rind mit Karotten&Kartoffeln wurde weggefuttert! Sie mögen es sehr und seitdem ist die Flasche nicht mehr so interessant.

Mich nervt weiterhin, dass ich kaum noch stille. Morgens gibt es eine Flasche, weil sie sonst unausstehlich sind, nach dem Brei brauchen sie keine Milch mehr, nachmittags könnte ich theoretisch stillen, jedoch hab ich das Gefühl, dass es für sie nur ein Durststillen ist und kein Essen mehr. Abends gibt es generell die Flasche. Nachts stille ich zweimal, einmal muss ebenfalls die Flasche her. Es macht mich traurig. Ich versuche es immer wieder, aber sie wenden sich von mir ab.

Heute sind sie fünf Monate alt und mir wird bewusst, dass wir langsam unser Abendritual verändern müssen. Bald werden wir es mit dem Abendbrei versuchen und sowie das erste Zähnchen da ist wird das auch geputzt. Dann ist nichts mehr mit „fertig machen, Flasche, Bett“. Hmpf. Und wenn sie dann mal wieder länger schlafen wäre das auch schön. Immerhin schliefen sie schon mal sieben Stunden mindestens am Stück. Momentan eher so drei bis vier.

#33 // Babyschwimmen und Beikost

Was für ein aufregender Tag! Er begann damit, dass wir die Kinder wecken mussten um zur Probestunde Babyschwimmen zu gehen. Es war ganz toll! Wir waren insgesamt vier Babys, alle unterschiedlich lange dabei. Mein Mann hatte Schnuffi, ich Mausi. Nachdem wir uns ein bisschen organisiert hatten, wo wir was hinlegen und was einschließen und wie wir am besten das umziehen und duschen gestalten ging es. Alles war schön warm und recht schnell waren wir im Wasser. Beide guckten extrem skeptisch, haben aber die ganzen 30 Minuten mitgemacht. Wir bewegten uns aufrecht, auf dem Rücken und auf dem Bauch durch das Wasser, „hüpften“ vom Beckenrand ins Wasser und genossen es. Nach der halben Stunde gingen wir raus, duschten uns ab, zogen uns um. Ich versuchte zu stillen und Schnuffi schlief sofort ein, sowie er umgezogen war. Auf dem Weg zum Auto auf dem Arm schlief er durch, die Autofahrt schlief er durch und erst vor der Haustür wurde er wieder wach. Mausi hingegen wollte nicht gestillt werden und war hellwach, verschlief dann aber doch die Autofahrt.

Kurz danach zuhause kam meine Hebamme mal wieder vorbei, weil wir momentan wieder ganz viele Stillprobleme haben. Mausi weigert sich mittlerweile auch nachts die Brust zu nehmen und schreit los, sowie sie ihre Lippen berührt. Da ist nichts mehr zu machen und anscheinend ist es nun so, dass sie die Flasche bevorzugt. Mag es Saugverwirrung sein oder was auch immer, langsam muss ich mich damit abfinden. Meine Hebamme meinte aber auch, dass das ein typisches Verhalten ist, wenn sie einfach mehr wollen und somit redeten wir über die Beikosteinführung. Ich hab mir viele Gedanken gemacht, ob sie nun mit ihren 4,5 Monaten/20 Wochen alt genug dafür sind. Gibt ja doch verschiedene Meinungen zum Start. Jedoch hab ich wirklich das Gefühl, dass mehr her muss und sie etwas anderes wollen und dann legten wir auch direkt los. Entgegen der Befürchtungen war es wirklich gut! Beide ließen sich problemlos füttern und schluckten die Karotten auch runter. Mausi schaffte sogar viele viele Löffel! Mich macht das total glücklich. Es ist etwas neues in unserem gemeinsamen Leben und ein Stück weiter in Richtung geregeltem Tagesablauf. Ich bin gespannt, wie die nächsten Mahlzeiten klappen werden und wann sie auch Tee/Wasser akzeptieren.

Abends waren beide total fertig. Der Tag war sehr aufregend und sie waren wesentlich früher im Bett. Ein schöner Tag!

#32 // Vor einem Jahr

Ein Jahr ist es nun her, dass ich von der Schwangerschaft erfahren habe. Am 1.12. hielt ich den positiven Test in der Hand, am 12.12. wurde die Schwangerschaft von der Ärztin bestätigt, am 14.12. teilte ich es meiner Schulleitung mit und hatte bis zur Überprüfung des Impfschutzes mein Beschäftigungsverbot, am 23.12. kam die Mail vom Betriebsarzt, dass ich bis zur vollendeten 20. SSW nicht im Schuldienst tätig sein darf. Vor einem Jahr wollte ich ständig über alles schreiben und konnte es noch nicht, weil alles noch so unsicher war. Die Angst, dass wir das erste Trimester nicht überstehen. Jedes kleine Zwicken und Ziehen machte mich unsicher. Ich traute mich kaum mich zu freuen. Trotzdem war es bereits unser schönstes Weihnachtsgeschenk. Dieser winzig kleine (eine!) Strich auf dem ersten Ultraschallbild, gerade mal 4mm groß (und jetzt liegen hier 2x 63cm neben mir!).

Ab Mitte Dezember wurde mir übel von Schokolade und Müsli, Döner konnte ich auch überhaupt nicht riechen. Das Weihnachtsessen blieb unberührt auf dem Tisch stehen und ich musste mich wegdrehen, weil der Geruch zu viel war. Mir war immer wieder ganz komisch, der Kreislauf ziemlich schwach und trotzdem ging ich zum Sport und sowie der Kurs startete und ich den Puls einmal hochgejagt hatte war die Übelkeit und alles weitere weg. Ich hab mich jedoch nicht einmal übergeben müssen. Das passierte erst während der Geburt und das zählt nicht.

Direkt nach Weihnachten konnte ich bereits wieder Schokolade essen und es machte mich wieder unsicher. Meine Übelkeit wurde allgemein wesentlich weniger und es kam mir komisch vor, dass das bereits so früh passierte. Aber alles ging gut. Am 30.12. besuchte ich wie jedes Jahr das Subway to Sally Konzert, hielt mich jedoch mehr im Hintergrund und ging nicht in der Masse feiern. Und dann verabschiedeten wir 2016 mit alkoholfreiem Sekt und noch immer in dem Unwissen, dass sich da noch jemand versteckt hatte….

#31 // Gedanken

Roses Revolution. Aktionstag gegen Gewalt in der Geburthilfe. Über Instagram habe ich von diesem Tag erfahren und verfolge ihn heute mit Interesse. Nein, ich selber habe glücklicherweise während der Geburt keine negativen Erfahrungen gemacht. Es ist traurig zu sehen, wie vielen es leider anders ergangen ist. Auf der Suche nach einem Babyschwimmkurs war ich auf der Seite unserer Entbindungsklinik und fand unter „Aktuelles“, dass sie eine Sprechstunde einrichten, in der Frauen ihre negativen Erfahrungen aufarbeiten können, auch mit einem Mitglied des Geburtsteams der Frau. Ich denke, das ist bereits ein guter Schritt.

Ich selber denke noch immer viel an die Geburt zurück und mir ist noch immer nicht wohl bei dem Gedanken daran und ich weiß noch immer nicht wieso. Heute vor vier Monaten lag ich in den Wehen und hoffte, es würde bald vorbei sein. Immer wieder frage ich mich, wie die Geburt ohne Einleitung gewesen wäre. Schneller? Ertragbarer? Wann wären sie geboren? An sich war ich gegen eine Einleitung, hab aber dem fachlichen Wissen der Ärzte vertraut, vor allem auch vor dem Hintergrund, es möglichst risikofrei zu halten. Je näher der ET kam, desto größer wurde auch meine Angst, dass noch irgendwas passiert.

Die Geburt dauerte ewig, ich hatte keine Schmerzpausen zwischen den Wehen und fühlte mich ausgeliefert, vor allem, weil einfach nichts passierte. Die PDA war wunderbar und heute weiß ich nicht mehr, was ich darunter noch gespürt habe. Ich hatte zwei wundervolle Teams während der Geburt (Schichtwechsel), der Kreißsaal war extrem voll. So grausam mir der 25.07. auch in Erinnerung ist weiß ich auch, dass nichts an diesem Tag meine negativen Gedanken auslöst. Schlimm war der Moment, als Schnuffi geboren war und weg war. In dem Moment selber traf es mich nicht, ich wusste, alles würde gut werden und meine Gedanken kreisten eher darum, dass ich durch das ganze noch mal durch muss und körperlich schon sehr fertig war. Mausis Geburt ging jedoch schneller (jaja, 1,5 Stunden später ist nicht wirklich „schnell“ bei Zwillingen) und wenn ich an den Moment denke, als ich sie das erste Mal sah, empfinde ich nur Glück. Das anschließende Nähen tat weh (ich war ja noch betäubt durch die PDA und merkte dafür aber verdammt viel), an diese Schmerzen erinnere ich mich noch genau. Aber ich hatte meine Tochter und war völlig fertig (immerhin 24h wach, die Nacht davor kaum geschlafen und kein Essen im Körper). Ich erinnere mich noch genau an den Moment, wie ich auf die Intensivstation geschoben wurde und meinen Sohn das erste Mal sah und in den Arm nehmen durfte. Es war so wunderschön!

Woran ich wirklich negativ zurückdenke waren die Tage im Wochenbett im Krankenhaus. Bis zum 27.7. morgens immer wieder zur Intensivstation gefahren werden zu müssen, was immer sehr lange dauerte. Ohne Kraft im Körper zur Toilette gehen, in den Rollstuhl setzen, mir einen Transport zur Intensiv organisieren, hingefahren werden, Kinder auf den Arm bekommen, stillen, kuscheln, zurückgefahren werden müssen, ins Bett wanken… eine Stunde schlafen und dann wieder von vorne. Die eine Stunde schlafen war jedoch kaum möglich, weil ich ewig brauchte um runterzukommen und meine Zimmernachbarin ebenfalls mit einem Neugeborenen da war. Die Freude war umso größer, als wir ins Familienzimmer konnten, gemeinsam mit den Kindern. Die erste Nacht dort gemeinsam war jedoch die Schlimmste an den ganzen Tagen. Die Nachtdiensthabende Hebamme war die in meinen Augen unfähigste. Ich rief sie, weil Mausi nicht aufhörte zu brüllen, weil sie Hunger hatte und nichts kam. Kein einziger Tropfen. Ich war völlig aufgelöst und bat um Hilfe. Sie antwortete nur: „Sie müssen abpumpen!“ – „Es kommt nichts!“ – „Sie müssen abpumpen!“ – „Das macht meine Tochter jetzt auch nicht satt!“ – „Sie müssen abpumpen!“ Dann wurde ich mitten in der Nacht laut, völlig unter Tränen aufgelöst: „Mein Kind hat Hunger und muss JETZT was essen!!!!“ und dann endlich, jedoch noch immer unter großer Weigerung ihrerseits, holte sie Formular und wir konnten es ihr geben und sie schlief satt weiter. Ich selber wurde dann an die Milchpumpe gesetzt und ließ sie mir von ihr erklären. Wie ich jetzt weiß – sie hatte keine Ahnung und erklärte mir irgendeinen Mist. Aber das Ergebnis: es kam NICHTS. Sie völlig erstaunt: „da kommt ja gar nichts!“…… von dem Moment an hofften wir einfach nur, dass die Nacht schnell vorbei ging und der Schichtwechsel stattfand. Und tagsüber war es glücklicherweise besser, die Hebammen und Schwestern viel freundlicher und uns wurde geholfen. Vor einer weiteren Nacht hatte ich wieder viel Angst, jedoch hatte glücklicherweise jemand anderes Dienst und wir gingen am nächsten Tag nach Hause. Jeder von uns ein Kind auf dem Arm auf dem Weg zum Auto. Dabei nahmen wir den Weg, den ich in den sechs Tagen im Krankenhaus so oft gefahren wurde. Den Fahrstuhl von der Station runter, am Hinterausgang des Kreißsaals vorbei, an der Neugeborenenintensiv vorbei, den Kreißsaalausgang raus, die ersten Schritte im Sonnenschein die Stufen runter, die Kinder auf dem Arm, das erste Mal für beide draußen. Von dem Moment an begann für mich erst richtig unser Leben als Familie.

Ja, dieses Erlebnis macht mich noch immer fertig. Und jetzt, wo ich es aufgeschrieben habe, ist es vielleicht auch das, was mich an der ganzen Geburtssituation am meisten fertig macht.

Ich frage für einen Babyschwimmkurs im Krankenhaus an. Auch wenn der Gedanke, dass ich dort wieder die Räume betreten werde, sehr unwohl ist. Ein mulmiges Gefühl. Aber vielleicht brauch ich genau das, auch um herauszufinden, was genau da noch in mir schlummert.

#30 // Der tägliche Wahnsinn

Zeit für eine aktuelle Auflistung.

Was mich nervt:

  • dass einem JEDER in den Kinderwagen reinguckt
  • „Ach die sind ja süß!!“ (von Fremden)
  • „Zwillinge?“
  • „Junge UND Mädchen?“
  • –> „Eineiig oder zweieiig???“…. -.-
  • Mausis ständiges Brüllen vor Hunger und komplette Verweigerung von der Brust zu trinken und daraus resultierende schlechte Laune, weil sie eben hungrig ist, aber nicht bzw. nicht ausreichend trinkt (ehrlich, wann kann sie ein Snickers essen??)
  • wenn sie sich gegenseitig hochschaukeln und man alleine keine Chance mehr hat sie zu beruhigen. Kaum ist der eine ruhig, fängt der andere wieder an und es heulen wieder beide
  • wenn nichts hilft. Trinken, wickeln, tragen, liegen, spielen,….
  • Schnuffis Kampf gegen den Schlaf tagsüber und seine daraus resultierende schlechte Laune vor Müdigkeit
  • vor jedem Kinderwagengang draußen den Kinderwagen aus dem Abstellraum tragen zu müssen, weil er aufgebaut nicht reinpasst
  • durchschlafen wäre mal sehr erholsam
  • irgendwas ist immer
  • einer schreit immer
  • dass ich alleine nicht mal eben mit beiden in der Trage losstiefeln kann. Ich liebe es sie zu tragen!!
  • Mausis schlechte Haut :(
  • die ständige Angst, dass sie plötzlich nicht mehr atmen
  • sie haben mal besser durchgeschlafen
  • wenn Mausi aufwacht, macht sie immer so viel Lärm, dass Schnuffi direkt mit wach wird
  • dass das Beistellbett nicht mehr passt und ich jetzt über die Gitter des Kinderbettes greifen muss (wir wollen uns bald ein neues Bett kaufen, hoffentlich ist das etwas höher. Dann könnten wir die Gitter abmachen und wieder „barrierefrei“ nebeneinander liegen)
  • dass wir bald die 62er Klamotten aussortieren müssen und gar nicht alles anhatten
  • dass die Zeit so schnell vergeht

Was mich glücklich macht:

  • zwei wunderbare Kinder zu haben
  • zwei gesunde Kinder zu haben
  • jeden neuen Entwicklungsschritt zu beobachten
  • dass Schnuffi anfängt sich zu drehen und nur noch einen kleinen Schubs benötigt
  • jedes kleine Brabbeln, dass Mausi von sich gibt (Ausnahme: um 5 Uhr morgens…)
  • jedes einzelne Lächeln
  • ihre Freude, wenn sie baden (heute das erste Mal mit mir in der Badewanne, die waren vielleicht überrascht, dass ich mit drin saß! Allerdings lief beim Ablassen das ganze Wasser wieder durchs ganze Bad…)
  • wie einfach es noch fast immer ist sie ins Bett zu bekommen. Umziehen, Flasche, hinlegen, fertig
  • wenn sie morgens bei uns mit im Bett schlafen, weil sie im Kinderbett nicht mehr schlafen wollen (auch wenn das etwas unbequem wird)
  • Mama zu sein
  • wir heute die Zusage für Kitaplätze bekommen haben!!!!!!!!
  • dass sie anfangen nach Spielzeug zu greifen
  • dass wir regelmäßig Babybesuch bekommen und ich somit erfahre, dass sie die exakt gleichen Probleme haben. Sind immerhin gleich alt.
  • wir jetzt ganz schicke Lillydoo Windeln haben und ich mich schon jetzt auf die neuen Designs freue (von Windeln…. ach herrje…)… wie wäre es für dich mit einem Lillydoo Abo? Ich gebe dir meinen Freundschaftscode. Für dich einmal 10€ weniger und für mich dann auch ;D

Vermutlich fallen mir die besten Sachen erst ein, nachdem ich das hier abgeschickt habe.

Mir wurde letztens beim Stillen mitten in der Nacht klar, dass die beiden irgendwann jetzt in diesem Zeitraum vor einem Jahr begonnen haben zu existieren. Ist das nicht wirklich ein Wunder, wie aus winzig kleinen Zellen ein ganzer Mensch entstehen kann?