verockt



#39 // “Solang du bist, kann ich nicht sein”

Es ist lange her, dass ich die Idee hatte, den Blog neu aufleben zu lassen. Fast täglich denke ich daran, wieder zu schreiben. Doch sitz ich dann davor und frage mich, was ich wirklich schreiben will. Was ich wirklich schreiben kann? Ich schreibe hauptsächlich für mich, demnach sollte es mir egal sein, ob es andere interessiert oder nicht. Eigentlich. Doch ich bin lange genug im Internet unterwegs um zu wissen, dass ich doch gerne schreibe, damit es auch gelesen wird.

Doch die Wahrheit ist, dass ich nicht schreiben kann. Mir fehlen die Worte, und das schon zu lange. Wo ist die Zeit hin, wo ich die Worte brauchte um wieder eine Ordnung in mir selber zu finden? Wo ist die Zeit hin, wo ich mit Worten ausdrücken konnte, was ich wollte? Wo ist die Zeit hin, wo ich mich hinsetzen konnte und einfach drauf los schreiben konnte? Gedichte? Geschichten? Gedanken? Mein erstes Gedicht ist jetzt mehr als sieben Jahre alt. Habe ich meine Worte verbraucht? Was gibt es noch zu sagen, ohne sich zu wiederholen?

Ich bin älter geworden. Reifer. Und es ist nicht mehr so nötig, dass ich meine Gefühle aufschreiben muss, wie es früher war. Das Schreiben hat seine therapeutische Wirkung weitesgehend verloren. Ich brauche es einfach nicht mehr. Das ist mir in den letzten drei Jahren ganz deutlich geworden.

Doch das ist nicht alles. Ich kann nicht mehr schreiben, weil ich eine andere Quelle habe, die bereits alles sagt, was ich sagen könnte. Ich habe eine Band gefunden, die mir die ganzen Texte von der Seele singt. Immer, wenn ich über einen Gedichtanfang nachdenke, kommen mir nur diese Textzeilen in den Sinn und alles ist vorbei.

“Solang du bist, kann ich nicht sein”. Der Sinn des Liedes ist ein anderer. Ich find die Textstelle gerade so passend. Zu dem, was ich soeben geschrieben habe.

Tief in der Stille der Nacht taumle ich durch die Winterkälte. Tief in der Stille der Nacht ohne dich und ich muss erfrier’n (das wohl einzige Lied, das mir den Winter erträglich macht)

Ich hoffe, dass ich bald wieder schreiben kann. Ich möchte wieder öffentlich schreiben.


Kommentare

  1. wolfgang74 sagt:

    Zumindestens ich habe Dein Posting gelesen, und es hat mich zum Nachdenken gebracht …. Der Text taumelt zwischen 2 Extremen, einmal schreiben zu wollen und dann nicht schreiben zu können. Aber am Ende schreibst Du und das ist, was zählt!

    Nebenbei kann ich auch nicht auf Befehl schreiben, zumindestens nicht privat! :) Ich habe immer ein kleines Notizbuch, in dem ich Gedichte, Ideen aufschreibe und die ich später konkretisiere. Kreativität kann einen unter der Dusche überkommen. Und den Trick mit dem Notizbuch machen viele! :)

    Weiterhin viel Erfolg beim Schreiben!

    | Kommentar Verfasst 1 year, 2 months ago
    • verockt sagt:

      Auf Befehl ging es eigentlich noch nie, aber ja, aufschreiben tu ich gerne mal irgendwelche Ideen, wenn sie mir nicht gerade im Situationen kommen, wo ich nichts zum Schreiben habe :)

      Vielen Dank!!

      | Kommentar Verfasst 1 year, 2 months ago
  2. Hamlet82 sagt:

    Mit Schreibblockaden kenne ich mich aus. Meine vversuch ich seit Monaten zu überwinden. Aber mehr als ein paar spontane “Eingebungen” kommen da nich bei rum.
    Aber vielleicht sollte ich es genauso machen und die Blockade als Thema nehmen ;)

    Interessanter Blog/Website. Ich komm nu öfter vorbei ;)

    | Kommentar Verfasst 1 year ago


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